Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1899)
- Date
- 1899-08-01
- Page
- Seite 178 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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178 besondere unserer großen Toten, welches sich bemüht, die Werke der Wohlthätigkeit für die Ewigkeit zu sichern, ein Lebenswerk voll Licht und Glanz der reinsten und hehrsten Art eben so glanzvoll abzuschließen, die Erde so gleichsam in den Himmel unmittelbar hineinzuverpflanzen-: Ja, alles das ist gut jüdisch, echt jüdisch! Beten wir für sie zu ihrem und zn unserem guten Gott, zu dem Sara's, Rebekka's, Rachel's und Lea's, daß er sie in deren seligen Kreis wohl aufnehme, daß die Engel des Himmels sie, die Engelgleichen, geleiten mögen in das Reich des ewigen Friedens. Amen. Wonatsschau. Von den „Mitteilungen des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes" ist Nummer 51 erschienen. Dieselbe enthält die neuen Satzungen des Bundes, auf Grund deren er die Rechte einer juristischen Person erhalten hat, ferner einen sehr warmen Nachruf auf Steinthal von Rektor Dr Hohmim und auf Adolf S. Hahn in Frankfurt a. M., sodann Mitteilungen über die rheinische Rabbinerkonferenz, über die Versammlung zur Bekämpfung des Wanderbettels, hierauf die Vermögensbilanz — das Vermögen beträgt jetzt 346 476 Mark —, den genauen Rechnungsbericht mit sachlichen Bemerkungen, eine beherzigenswerte Warnung vor Gewohnheitsbettlern und Verzeichnisse der Mitglieder und der Beamten des Bundes. — Die Staatsanwaltschaft hat gegen das freisprechende Urtheil der Glogauer Strafkammer in dem Prozeß gegen den Grafen Aiickler-Kl. Wchirne, wie vorauszusehen war, Revision eingelegt. — In der Umgebung der alten Synagoge in der Heidereuter-Gasse in Herlin wird jetzt gründlich aufgeräumt. Von den engen Gassen mit ihren dürftigen Häuschen, durch die einst König Friedrich Wilhelm I. mit dem ganzen Hofe am jüdischen Neujahrsfest 1714 zur Einweihung der Synagoge fuhr, ist nicht mehr viel übrig. Seit der Judenvertreibung im Jahre 1573 waren die ersten Juden im Jahre 1671 wieder in Brandenburg zugelassen worden. Es waren fünfzig aus Österreich vertriebene Familien. Sie mußten aber ihre Quartiere an der Stadtmauer aufschlagen, wo Büttel, Heidereiter und die Frauen wohnten, die an der Unehre saßen. Daß der König die Gnade hatte, mit dem Hose in dieser Gegend zu erscheinen, geschah nicht umsonst. Die „Jüdenschaft" hatte znvor 3000 Thaler für die Rekrutenkasse abladen müssen. Dafür brachte aber der König einen alten orientalischen Teppich aus den Beständen des Schlosses als Geschenk mit, der noch heute bei besonders festlichen Anlässen in der Synagoge vor der heiligen Lade hängt. Den Schluß der Feier bildete die Trauung der Tochter des Hofstickers Aaron Jsaac. — Im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sprach jüngst vor zahlreich besuchter Versammlung Herr Rechtsanwalt Dr. Fuld aus Main; über das Thema: „Der