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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-07-01 · Heft 7 (1.7.1899) · p. Seite 167

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 7 (1.7.1899)
Date
1899-07-01
Page
Seite 167 (sequence 23)
Language
German
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167 dessen Fußtapfen er trat, und dem er auch darin ähnlich war, „daß er als edler Sproß edler Ahne» sich bewährte." Er, der in jener Biographie erklärte, „der Hinweis auf tüchtige Vorfahren sei ebensowohl deutsch als jüdisch, der Adel der Edlen vollberechtigt", konnte wie Riesser auf seine Abkunft stolz sein. Zu seinen Vorfahren gehörte der Stammvater der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden, der auch um seine Vaterstadt Halberstadt verdiente und dort begrabene „Resident" Berend Lehmann, welcher bei August dem Starken, dem Kurfürsten von Sachsen und König von Polen, eine ausnahmsweise begünstigte und zum Besten für seine Glaubensgenossen einflußreiche Stellung einnahm. Ihm hat sein Nachkomme Emil Lehmann in einer 1885 bei E. Pierson in Dresden erschienenen Lebensbeschreibung ein wertvolles Denkmal gesetzt. Zu den Ahnen Emil Lehmanns zählen ferner der von August dem Starken nach Dresden berufene Hoffaktor Lehmann Berend und Elias Berend Lehmann, welcher als „Bevollmächtigter" der Dresdner Judenschast im Jahre 1733 die Befreiung der jüdischen Kinder vom Leibzoll durchsetzte, wobei die Gemeinschaft der Dresdner Inden zum ersten Male behördlich anerkannt wurde, außerdem Eleasar Lehmann, welcher als langjähriger Vorsteher der Dresdner „Beerdigungs-Brüderschaft" in den schweren Kriegsjahren Proben großartiger Ausdauer und seltenen Mutes gab. Emil Lehmann wurde als Sohn des Kaufmanns Bonnier Lehmann tun 2. Februar 1829 in Dresden geboren, besuchte zunächst die damalige israelitische Gemeindeschule, dann 1842 bis 1848 die Dresdner Kreuzschule, 1848 bis 1851 die Leipziger Universität und bestand mit Auszeichnung seine juristischen Examina. Sein Unabhängigkeitssinn, mit dem es sich nicht vertrug, bis ins Mannesalter hinein väterliche Unterstützung zu beanspruchen, veranlaßte ihn, sich durch journalistische Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu erwerben. Acht Jahre hindurch arbeitete er für die damals von dem Stadtrat Walther in Dresden freisinnig redigirte „Sächsische Dorfzeitnng" und seine vorzüglichen Artikel, unter vielen andern z. Bseine geistvollen Abhandlungen über die Wuchergesetzgebung, erregten geradezu Aufsehen. Nebenher beteiligte er sich lebhaft an den unermüdlichen Bestrebungen der bekannten jüdischen Gelehrten Di-. Bernhard Beer, Dr. Zacharias Frankel und I>r. Wolf Landau, die nach Aufhebung der Grundrechte des Jahres 1848 in Sachsen zwar aufrecht erhaltene, aber beständig bedrohte Emanzipation.der Juden verfassungsmäßig sicher gestellt zu sehen. Dies wurde bei dem Erlasse des sächsischen Gesetzes am 3. Dezember 1868 glücklich erreicht, bevor noch auf Antrag des Abg. Wiggers die staatliche Gleichstellung der Juden durch das Bundesgesetz vom 3. Juli 1869 in den meisten anderen deutschen Bundesstaaten erfolgte. Auf dem Gebiete der Emanzipations-Bestrebungen hat sich Emil Lehmann überhaupt unvergängliche Verdienste erworben. Wenn der „Judeneid", welcher allerdings schon durch das sächsische Gesetz vom Jahre 1840 seine schimpflichsten Formen verloren hatte, in Sachsen vollständig in Wegfall kam, bevor dies in anderen deutschen Ländern durch die

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