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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-07-01 · Heft 7 (1.7.1899) · p. Seite 149

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 7 (1.7.1899)
Date
1899-07-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 im Dienste der Mission und mit einem Fuße schon im Christentum. Wie vorsichtig man mit solchen Behauptungen sein muß, zeigt uns die unter dem Namen „Die Taufe" von Herrn Levinstein erschienene Schrift, die uns von seiner Glaubensfestigkeit nicht nur Zeugnis giebt, sondern auch sonst darthut, wie groß die Begeisterung für das Judentum gerade in den Kreisen ist, denen man sie so gerne vorschnell abspricht. Der Verfasser betont zu Beginn seiner beherzigenswerten Ausführungen den > Unsterblichkeitsglauben. Das Herz der Menschheit, meint er, empöre sich mit unwiderstehlicher Gewalt gegen die fürchterliche Lehre, daß uns ein blinder Zufall oder was dasselbe ist, die Notwendigkeit irgend eines unbegreifbaren Gesetzes geformt hat zu dem, was wir sind, und bildet zu dem, was wir werden, und uns vergehen läßt in einer Welt, in der keine Kraft und kein Atom vergeht. Er sagt: Zu verlassen die, die wir lieben, zu gehen von denen, die uns lieben, zur ewigen Vernichtung auf Nimmerwiedersehen, soll das das Ziel sein, zu dem wir steuern, die ewige Verheißung, die dem müden Wanderer der Erde am Ende seiner Tage winkt. Veranlaßt wurde Herr Levinstein gerade über die Taufe sich zu ergehen, durch das „Handbuch der Mission unter Israel" vom Herrn Licentiaten Dr. Gustav H. Dalman, welches ergänzt und vervollständigt durch Pastor Gottheil im „.Institution Judaicum" in Berlin erschienen ist. In Bezug auf die Prinzipien, die das Christentum vom Judentum trennen, schreibt Dalman: „Das Christentum ist die Religion der Gottesgerechtigkelt aus dem Glauben, das Judentum — und zwar das alte ebenso wie das moderne — die Religion der Selbstgerechtigkeit aus den Werken, das Christentum betont die göttliche Gnade, das Judentum das menschliche Verdienst, das Christentum lehrt Sündigkeit und Schuld des Menschengeschlechtes, das Judentum dessen angeborene Tugend und freien Willen". Es wird dem Verfasser nicht schwer diese Behauptungen, soweit sie das Judentum anlangen, zu entkräften. Herr Dalman meint aber auch das jüdische Volk sei ein betendes Volk und doch weiß der Jude nichts von der Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit. Sein Beten ist nicht ein Gespräch des Herzens mit dem Herrn, der sein Hort und Erlöser ist, sondern ein Werk, eine That, so gut wie etwa Fasten, Wohlthun u. s. w., worauf Herr Levinstein mit Recht ausführt, es bedürfe wirklich eines gewissen Mutes von dem Volke, das das Gebet in die Lippen der Menschheit gelegt, zu sagen: „Sein Beten ist nicht ein Gespräch des Herzens mit Gott". Wir beten Gott im Geiste und in der Wahrheit an. Im Bezug auf die Taufe schreibt Herr Levinstein: Wozu will man uns bekehren, was soll uns die Taufe? Von der edelsten, erhabendsten Auffassung des Wesens des einzigen Gottes sollen wir uns zu einer Lehre bekehren, in der der Begriff der Einheit sich verdunkelt im menschlichen Herzen, sollen wir das Knie beugen vor einem Sohne unseres eigenen Stammes und von ihn« und nur durch ihn allein zu unserem Gotte und Schöpfer gelangen? Aus der Seele sollen uns schwinden die Worte die

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