Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1899)
- Date
- 1899-06-01
- Page
- Seite 141 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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141 um dort mit oder ohne Hilfe der „Jewish Colonisation Association” die nötigen Mittel aufzutreiben. — Die „Christian World“ berichtet über die Gründung eines jüdischen Diaconissen-Grdens in Jerusalem. Er besteht ans jüdischen Frauen und Mädchen, die sich der Pflege der Kranken und der Jugend widmen wollen. Die Schwester» verpflichten sich, das jüdische Gesetz hett zu halten und den Armen und Unglücklichen jeder Nation und jeden Bekenntnisses auch außerhalb Palästinas zu helfen. Weater, Musik und bildende Kunst. Dem Bildhauer Alerander Mray wurde vom Senat der königlichen Akademie der Künste in Berlin der Michael Beer-Rom-Preis im Betrage von 2250 Mark für den besten Entwurf zu einem Relief über dem Haupteingang eines Hospitals zuerkannt. Derselbe war früher Bühnenkünstler. — Der letzte Diskussivnsabend im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Kerlin galt der Frage der jüdischen Melodien. Herr Rabbiner Dr. Ackermann aus Brandenburg hielt den einleitenden Vortrag, in dem er die Geschichte des Synagogengesanges schilderte und die Frage der Originalität der jüdischen Melodien sowie ihres Zusammenhanges mit der altchristlichen Liturgie — beides in bejahendem Sinne — besprach. In der hieran sich schließenden Diskussion sprach zunächst Herr Dirigent William Wolf über die Herkunft vieler jüdischer Melodien aus der dorischen oder sog. phrygischen Tonart, und Herr Kantor Friedmann über originale jüdische Melodien, die er mit seinem sonoren Organ als Muster vorführte, während die gesanglichen Erläuterungen zu dem Vortrag selbst von Herrn Kantor Weil ans Dessau verständnißvoll und mit wohlklingender Stimme vorgetragen wurden. — Der hundertste Geburtstag des Componisteu Halsvy wurde am 27. Mai in seiner Geburtsstadt Daris festlich begangen. •Jacques Fromenthal Halevy stammt von deutschen Eltern. Sein Vater Elias, ein hervorragender hebräischer Dichter, stammt aus Fürth und seine Mutter Juliane Meyer aus Lothringen. 1809 wurde der musikalisch sehr veranlagte Knabe dem Pariser Conservatorinm zur Ausbildung übergeben. Durch die Erstaufführung der „Jüdin", am 23. Februar 1835 in Paris gelangte Halevy, dessen Hauptstärke eigentlich auf dem Gebiete der komischen Oper lag, zu jener Bedeutung, die ihm für alle Zeiten gesichert bleibt. Gerade das national-jüdische Element gereicht dieser Oper und namentlich der männlichen Hauptrolle derselben, dem Eleasar, zu besonderem Vorteil, indem er ihr ein ergreifendes Gepräge von ursprünglicher Wahrheit und Echtheit vorlegt. Trotzdem, daß schon mehr als 60 Jahre seit Erstaufführung der „Jüdin" vergangen, hat diese Oper nichts von ihrer Frische und Wirkung eingebüßt. IIal6vy, der am 17. März 1862 in Nizza starb, verfaßte * auch viele Lieder für die Pariser Synagogen. Bei seinem Leichenbegängnisse in Paris, an dem sich über 20000 Menschen, darunter die hervorragendsten Vertreter