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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-04-01 · Heft 4 (1.4.1899) · p. Seite 87

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 4 (1.4.1899)
Date
1899-04-01
Page
Seite 87 (sequence 15)
Language
German
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87 schaft des Judentums verdient gemacht. Zu Dir aber, o Allmächtiger, der Du heilest, die gebrochenen Herzens sind, flehe ich: Sende den Balsam Deines Trostes in die Herzen derer, die Du hart geprüft, bewahre uns vor schweren Schicksalsschlägen, Dein Name sei gepriesen für und für! Amen. Me Juden in Hlom. Die Juden sollen nächstens in Rom den Bau einer neuen Synagoge beginnen, denn das Gebäude, das sich noch im früheren Ghetto befindet, muß abgerissen werden; dasselbe wurde vor einigen Jahren durch eine Feuersbrunst beschädigt. Die römische Jndengemeinde ist wohl eine der ältesten im Abendlande, denn schon vor Christi Geburt war eine ziemlich große Anzahl Juden in Rom ansässig und zwar in Trastervere, wo sie eine Synagoge hatten. Merkwürdig ist, daß die Juden schon damals als Lumpensanimler in Rom bezeichnet wurden. So z. B. sagt schon Cicero in seiner Rede pro Flaco: Sequitur auri illa invidia judaici. Der klassische Redner traut sich nicht einmal laut zu sprechen, indem er seinen Klienten Flaccus gegen die Juden verteidigt, er fürchtet ihre Rache und ihr Geschrei, denn die Juden standen in der Nähe des Gerichtshofes und lauschten auf seine Worte. Daß die Juden in Rom schon altes Zeug sammelten, dafür haben wir das Zeugnis des Martial. (Epigr. im Caecil.) Auch Statius spricht von den römischen Juden in demselben Sinne. Also Scherben- und Lumpensammler, wie jetzt noch, und deswegen werden die Juden in der ewigen Stadt mit dem Namen Robiverolü (altes Zeug) gekennzeichnet. Die erste große Ansiedlung der Juden in Rom scheint unter Pompejus stattgesunden zu haben, und zwar, nach der Eroberung Jerusalems durch diesen Befehlshaber, der den von seinem Bruder vertriebenen Hyrkanus zum Oberpriester und weltlichen, aber dem römischen Volke tributpflichtigen Herrscher einsetzte. Unter Julius Cäsar war die Zahl der Juden in Rom schon bedeutend herangewachsen, Cäsar war ihr Freund und Beschützer, sie standen ihm zur Seite bei politischen Aufruhren und waren seine treuen Anhänger im Bürgerkrieg. Als Cäsar ermordet wurde, brachte man seinen Leichnam auf das Forum, das Volk errichtete den Scheiterhaufen und warf goldene Ketten und andere kostbare Sachen in das Feuer. Die Juden umgaben den Scheiterhaufen, beweinten ihren Beschützer und wachten die ganze Nacht hindurch, sagt Suetonius in seiner Geschichte Julius Casars. Kaiser Augustus war auch ein Freund der Juden in Rom, er verlieh ihnen besondere Privilegien, und. sie vermehrten sich dermaßen in der Stadt, daß beinahe

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