Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 69

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 69 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2969669-2969865-2969869--5651-2974960
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

69 tüchtigen Pianisten gezeigt, der zu weiteren schönen künstlerischen Erfolgen berechtigt. — Dem Maler Horowitz wurde der ehrende Auftrag vom Kaiser von Österreich zu Teil, ein Bildnis der verewigten Kaiserin zu malen. Das Werk, ein Meisterstück der Porträtkunst, welches die Kaiserin im ungefähren Alter von 45 Jahren darstellt, ist nun vollendet. Auf Befehl des Kaisers wurde für den Künstler in der Hofburg ein Atelier eingerichtet, so daß das Bild sozusagen unter den Augen des Monarchen entstand. Der Kaiser gab dem Künstler oft willkommene Aufschlüsse und ersuchte ihn wiederholt in jenen Partien des Bildes, die vom Kaiser als vollendet gut befunden wurden, ja nichts mehr^zu ändern. Der Kaiser betrachtete das Bild lange mit tiefer Rührung und war voll des Lobes und der Anerkennung für den Künstler. Er bezeichnete auch das Porträt als das ähnlichste der entschlafenen Kaiserin. — Fräulein Irene Griesch, die hervorragende Schauspielerin am Frankfurter Stadttheater ist am 13. April 1877 zu Wien geboren. Dieselbe besuchte das Conservatorium in Wien, woselbst unter der Leitung von Baumeister und Krastel ihr Talent sich voll entfalten konnte. Nachdem die angehende Künstlerin das Conservatorium unter Auszeichnung verlassen hatte, nahm sie erst 17 Jahre alt, ihr erstes Engagement am Residenztheater zu Berlin an. Daselbst wurde ihr unter der Direktion Lautenburg nicht die erhoffte künstlerische Verwendüng zu teil, bis Mitterwurzer, der die Fähigkeiten der jungen.Dame schon in Wien kennen lernte, gelegentlich eines Gastspiels im Residenztheater für eine Besserung in dieser Hinsicht sorgte. Trotzdem schien Mitterwurzer das Residenztheater noch nicht das geeignete Feld für die jugendliche Dramatische, und hauptsächlich auf sein Betreiben hin, folgte dieselbe einem Rufe nach München an das Deutsche Theater. Doch auch hier erfuhr die Künstlerin unter der Direktion Meßthaler nicht die richtige Würdigung ihres großen Talentes, bis der Übergang der Direktion in die Hände Drach's endlich die Fähigkeiten derselben in die richtige Bahnen lenkte. Der kunstverständigen Leitung dieses Mannes verdantte die Künstlerin in erster Linie ihr von da ab einen rapiden Aufschwung nehmendes künstlerisches Emporkommen. Nach anderthalbjähriger, von größten Erfolgen begleiteten Thätigkeit im Deutschen Theater nahm Fräulein Triesch einen ehrenvollen und vorteilhaften Antrag nach Frankfurt a. M. an, woselbst sie ihre künstlerische Begabung mit Erfolg entfalten kann. — In Amsterdam wurde ein Stück von einem jungen holländischen Schriftsteller Heyermann, „Ghetto", aufgeführt, welches das Leben der unteren jüdischen Volksklassen schildert und bei den zahlreichen Aufführungen den Ärger der orthodoxen Juden erregte. Infolgedessen hät der Polizeipräsident den Direktor aufgefordert die Ärgernis gebenden Stellen abzuändern, sonst werde er strenge Maßregeln ergreifen. Der Autor hat sich dieser Censur gefügt. — Die jüdische Gemeinde in Budapest läßt eine Schule zur Ausbildung ungarischer Kantoren errichten. Professor Dr. Samuel Krauß und Oberkantor Adolf Lazarus übernehmen die Leitung des Unterrichts. — Hochbetagt in einem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.