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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 68

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 68 (sequence 20)
Language
German
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68 Theater, Wulrk und bildende Kunst. Die Leipziger „Illustrierte Zeitung" bringt eine vortrefflich ausgeführte Abbildung des in einem spätmaurisch, mit einzelnen glücklich eingefügten gothischen Motiven entworfenen Style erbauten' Straßburger Tempels, der nach allen Seiten freisteht. Die Grundform, jedoch bedeutend größer und den synagogalen Bedürf- '* nissen entsprechend adaptit, ist gar nicht unähnlich dem Grundrisse und dem Auf- ^bau der schönen neuen Kirche der dortigen russischen Botschaft in der Richardgasse, jedoch höchst einfach gehalten. Dernach mehrfacher Richtung sehr interessante erklärende Text zum Bilde in der „Illustrierten Zeitung" lautet: „Die jetzt vollendete neue Synagoge in Straßburg, ein Werk des Karlsruher Architekten, Professor Ludwig Lewy (die Bauleitung ruhte in den Händen des Hochbauwerkmeisters A. Singrün aus Karlsruhe) bildet eine der schönsten architektonischen Zierde» des neuen Straßburg; namentlich ist durch die eigenartige Behandlung der südlichen Seitenfacade ein anziehendes Architekturbild geschaffen worden, das malerischen Reiz und monumentalen Ernst glücklich vereinigt. Das Hauptportal in der südwestlichen Ecke ist äußerlich durch einen im oberen Geschoß offenen Turmbau gekennzeichnet; an der Ostseite erheben sich zwei schlanke Türmchen zu den beiden Seiten der chorartigen Ausladung. Der ganze Bau bildet eine Centralanlage. Von dem erwähnten südwestlichen Portal, sowie von den drei Portalen der Westfacade betritt man eine gemeinschaftlich gewölbte Vorhalle, von dem geradeaus drei Thüren zu dem eigentlichen Hauptraum führen, der von einer 25 Meter hohen und 16 Meter im Durchmesser haltenden Kuppel überragt ist; außen erhebt sich dieser Kuppelbau achteckig mit spitzem Dach. Auf drei Seiten grnppiren sich um den Mittelraum die für die Frauen und Mädchen bestimmten Emporen; auf der Ostseite bauen sich Vorbetertisch, Kanzel, Allerheiligstes und Orgel in ungemein reizvoller, architektonischer Wirkung hintereinander auf. An der Westseite und in der Achse des Querhauses wird die mächtige Raumwirkung noch durch drei prächtige große Fensterrosen gehoben, von denen die beiden letzteren von Linnemann in Frankfurt und Geiges in Freiburg, zu den besten Schöpfungen der jetzigen Glasmalerei gezählt werden müssen; die dritte ist eine vortreffliche Leistung des Straßburger Glasmalers Ott. Das ganze Gebäude ist mit elektrischer Beleuchtung und Centralheizung ausgestattet. Seine Herstellung und namentlich die reiche künstlerische Ausstattung im einzelnen ist nur durch die erhebliche Unterstützung von Regierung und Stadtverwaltung, sowie durch mehrfache private Stiftungen ermöglicht worden. - Herr Gastvne Kernheimer ans Kam hat in dem von ihm in Frankfurt veranstalteten Klavierabend, in ivelchem er neben Stücken von Mendelssohn, Chopin, Lißt, Bach auch zwei eigene Kompositionen zum Vortrag brachte, sich, obwohl er noch im jugendlichen Alter steht, als einen

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