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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 66

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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66 wichtige Nachricht aus dem weißen Hause in Washington. „Das Staatsdepartement erhielt von dem Minister der Vereinigten Staaten in Konstantinopel die Information, daß der Minister der äußeren Angelegenheiten der Türkei ihm mitgeteilt habe, es läge durchaus nicht in der Absicht der türkischen Regierung, amerikanische Bürger, seien es Juden oder Christen am Besilch des heiligen Landes zu verhindern, sei es, daß sie als Reisende oder zu zeitweiligem Aufenthalt im heiligen Lande kämen, vorausgesetzt, daß sie einzeln und nicht in Masse kämen. Die Absicht der Regierung ist, die weitere Kolonisation Palästinas durch die Juden zu verhindern, da die Ansiedlung irgend einer religiösen Gruppe in überwiegender Ziffer leicht zu politische» Komplikationen führen könnte, welche die türkische Regierung zu vermeiden bestrebt ist." — Frau L. Aschkenasi in Gdessa spendete 80 000 Rubel zur Gründung einer chirurgischen Abteilung im jüdischen Krankeichaus init sämmtlichen Einrichtungen, Instrumenten u. s. w. — In Kelm (Gouvernement Kowuo) starb jüngst Rabbi Chaim Süssel Brando, Begründer der asketischen Sekte „Musrim". Diese Sekte, die in Lithauen weit verbreitet ist und Tausende von Anhängern besitzt, nimmt an, daß das Studium des Talmud wertlos ist und daß die religiöse Hauptsache, Läuterung durch ein beschauliches Leben. Fasten und Geißelung sei. — Wie man hört beabsichtigen einige deutsche Kapitalisten, Kurhäuser nach dem Muster derjenigen der Riviera in einigen klimatisch besonders bevorzugten Teilen von Palästina auzulegen. — In Smyrna ist der Chacham Baschi, R. Abraham Halacri, im 92. Lebensjahre, allgemein betrauert, gestorben- — Der Schah von Persien hat den Juden ein erfreuliches Zeichen seiner Wvhlmeinung gegeben durch einen offiziellen Erlaß, der an den Minister für auswärtige Angelegenheiten gerichtet ist. Derselbe lautet in Übersetzung: „Ich habe mit Befriedigung erfahren, daß eine Anzahl Juden, welche ihren Kindern guten Unterricht zu beschaffen wünschen, denen aber die öffentlichen Schulen verschlossen, sind, Beiträge sammeln und ein Erziehungsinstitut errichten werden, in dem arme Kinder und Waisen lernen werden, meinen Namen zu segnen nach dem Gesetze Moses und für mich und meine Herrschaft zu beten. Ich betrachte die Juden als meine treuen Unterthanen, und ihre Schule, die sie begründen wollen, um einem Teil meiner Unterthanen Unterricht zu erteilen, ist nützlich und vorteilhaft für mein ganzes Reich. Ich habe daher Nizam es Sultaneh angewiesen, zu dem Fonds für diese Schule eine Subvention von 200 Tomaüs auszuzahlen. — In der kleinen Gemeinde Chilia judetul Roman lebte eine jüdische Familie seit längerer im besten Einvernehmen mit den übrigen Dorfinsassen. Eines Tages machte der Präfekt die Entdeckung, daß die Judenfamilie keine Erlaubnis hatte in dem Dorfe zu wohnen und ließ sie durch Gendarmen vertreiben. Die Frau wurde in Abwesenheit ihres Gatten sammt ihren unmündigen Kindern an einem kalten Wintertage auf die Straße gesetzt und in einer so unmenschlichen Weise mißhandelt, daß man heute an ihrem Aufkommen zweifelt. Für Rumänien,

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