Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 19 (1899)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1899)
- Date
- 1899-03-01
- Page
- Seite 65 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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65 stammt aus einer alten, hochangesehenen jüdischen Familie, die seit dem 16. Jahrhundert mehr als einen großen Rabbinen und Gelehrten hervorgebracht hat. Seitdem ein Zweig dieser Familie sich im Irland niedergelassen hat, besteht der Ruhm derselben in ihrer erfolgreichen Thätigkeit für die Entwicklung der irischen Leinenindustrie. Otto Jaffe war Jahre hindurch Präsident der jüdischen Gemeinde in Belfast und zahlt noch den Grundzins für die Synagoge, die sein Vater der Gemeinde auf seine Koste» erbauen ließ. — Die Haltung des Dr. Gaster, des Chachams der spanisch-portugiesischen Gemeinde in London, der so oft als Vertreter des Zionismus öffentlich aufgetreten ist, hat vielfach den Eindruck hervorgerufen, als wären alle spanischen Juden in England dem Zionismus geneigt. Diese Täuschung hat nun die letzte Sitzung der „Elders" zerstört, denn in derselben wurde mit Dreiviertel-Majorität unter Ablehung einer milderen Fassungen ein Beschluß angenommen, der folgenden Wortlaut hat: „Da die öffentliche Thätigkeit des Chacham Dr. Gaster in Bezug auf den politischen Zionismus direkt der Auffassung und den Ansichten der Ältesten widerspricht, so werden die Herren voll Machamad gebeten und bevollmächtigt, sich mit Dr. Gaster hierüber in Verbindung zu setzen und ihn mit der nötigen Achtung zu bitten, daß er sich den Wünschen der „Elders" anbequeuie und in Zukunft sich nicht weiter öffentlich an der zionistischen Agitation beteilige, oder doch wenigstens in jedem Fall, wenn er öffentlich auftritt, constatire, daß er nur seine persönliche Ansichten ausspreche lind nicht die der spanisch-portugiesischen Gemeinde, deren geistiger Chef er ist. — Herr Dr. S. Schechter, zur Zeit Lector an der Universität zu Cambridge, hat einen Ruf als Professor des Hebräischen an die Londoner Uiliversität erhalten. — Der Chiefrabbi von England Herr Dr. Hermann Adler ist von der Universität zu Glasgow zum Ehrendoktor der Rechte ernannt worden. — In Lausanne wurde die neuerbaute Synagoge eingeweiht. Die Weiherede hielt Herr Oberrabbiner Werheimer. — In Kopenhagen ist im Alter von 81 Jahren die Mutter von Georg Brandes gestorben. Die Verblichene, eine Dame von hohen Eigenschaften des Charakters und Gemütes, hat, in ihrer Heimat allverehrt, die junge Dichterwelt Dänemarks an sich zu fesseln gewußt. — Der in Stockholm verstorbene Kaufmann B. Ursrll hat von seinem 600000 Kronen betragenden Vermögen je 100000 Kronen der jüdischen Gemeinde in Soest, dem jüdischen Krankenhause in Soest oder Paderborn, dem katholischen Krankenhaus in Soest und dem katholischen Krankenhaus in Paderborn hinterlassen. Der Rest seines Vermögens ist für andere wohlthätige Zwecke bestimmt. Der Verstorbene war Offizier in der deutschen Armee, hat als solcher den Feldzug 1870-71 und den Einzug in Paris mitgemacht und auch das eiserne Kreuz erhalten. — Artikel X des spanisch-amerikanischen Friedensvertrages lautet: Den Einwohnern der Territorien, deren Souveränität Spanien aufgiebt oder abtritt, soll freie Ausübung ihrer Religion gesichert werden. — Der „Americain Hebrew" bringt eine