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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 60

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 Fürsten Pleß auf Jagdschloß Promnitz- Natürlich fanden sich auch wiederum die „Kempner" ein, und nachdem sie bis zum Kronprinzen vorgedrungen waren, erklärten sie ihm, sie hätten bereits vor seinem „gnädigen Herrn Vater" gespielt und bäten bei ihm um dieselbe Ehre. Unser jovialer Kronprinz gestattete eine sofortige Probe. Von Piece zu Piece steigerte sich die Heiterkeit des hohen Zuhörers, als aber die „Kempner" das schöne Lied vom „Napolium" in ihrem kauderwelschen Deutsch anstimmten und bei dem Refrain: „Mac, Mac, Mac, Mac, Mac Mahon, Fritze kommt und hat ihn schon!" gar auf den vor ihnen stehenden Sieger von Wörth mit den Fingern zeigten, brach der Kronprinz in ein nicht enden wollendes Gelächter aus. Die „Kempner" erbaten und erhielten wiederum eine Bescheinigung und zogen von dannen. Die beiden Schriftstücke unter Glas und Rahmen wurden fortan von ihnen aufs sorgfältigste verwahrt und mit Stolz vorgezeigt. Am Hochzeitstage! des Prinzen Wilhelm sendete nun das musikalische Häuflein an den Kronprinzen folgendes Telegramm ab: „Die Kempner jüdische Kapelle, welche 1873 zu Schloß Promnitz die Ehre hatte, vor Ew. kaiserlichen und königlichen Hoheit musikalische und patriotische Gesangsvorträge aufzuführen, erlaubt sich, zur Vermählungsfeier des erlauchten Sohnes unterthänigste Glückwünsche darzubringen." Und der Kronprinz hatte die Bekanntschaft nicht vergessen. Den „Kempnern" ging sofort folgende telegraphische Antwort zu: „Seine kaiserliche und königliche Hoheit der Kronprinz lassen der jüdischen Musikkapelle für freundlichen Glückwunsch bestens danken, v. Normann". Die „Kempner" sahen durch diese Depesche ihr Archiv also noch um ein interessantes, sie mit Stolz und Freude erfüllendes Dokument vermehrt. Wonatsschau. In Herlin starb nach längerem Leiden Dr. med. Emil Schiff, der in der dortigen Schriftstellerwelt in großem Ansehen stand. Er war 1849 zu Raudnitz in Böhmen geboren. Er studierte in Wien Rechtswissenschaft und legte auch die erste juristische Prüfung ab. Unmittelbar nach beendetem Universitätsstudium wandte er sich dann der Journalistik zu- — Die Sängerin Fräulein Sophie Kollar schreibt in einem an eine Brünner Dame gerichteten Briefe über einen Besuch bei der hochbetagten Schwester Heinrich Heine's, Frau Embden-Heine: „Trotz ihres Alters von 98 Jahren ist Frau Embden ungewöhnlich körperlich und geistig frisch und nimmt ungemein regen Anteil an allen öffentlichen Vorgängen, von denen viele gar nicht nach ihrem Geschmacke sind. Ich saß auf dem Fauteuil, auf dem unsere arme Kaiserin — deren Bild in kostbarem vom Kaiser gespendeten

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