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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-03-01 · Heft 3 (1.3.1899) · p. Seite 61

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 3 (1.3.1899)
Date
1899-03-01
Page
Seite 61 (sequence 13)
Language
German
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— 61 — Rahmen vor ihr auf dem Tische stand — während ihres seinerzeitigen Besuches gesessen hat . . . Ich kann Ihnen nicht sagen, wie aufgeregt ich, im ersten Moment war, wo ich in diesem historischen Milieu — möchte ich sagen — stand. — Und vollends, als ich Frau von Embden selbst vorgestellt wurde und sie mich mit leiser Stimme in liebenswürdiger Weise willkommen hieß, da konnte ich vor Erregung kaum antworten. Über das fluchwürdige Verbrechen, dem unsere arme Kaiserin zum Opfer gefallen ist, konnte Frau Embden nicht genug Worte des Abscheues finden, sowie sie nicht aufhören konnte von der Schönheit und Güte der Kaiserin zu erzählen. Als die Kaiserin anläßlich des erwähnten Besuches bei Frau v. Embden ins Zimmer trat, war es, als ob die Sonne einträte, sagte sie, noch ganz erfüllt von der Erinnerung. Auch von dem feinfühligen, liebenswürdigen Brief, mit dem die Prinzessin Gisela die Rücksendung des ungedruckten Manuskripts von Heine begleitete, erzählte sie. Es sind ihr für das Manuskript bereits 20,000 Mark geboten worden, aber sie will es, so lange sie lebt, nichtveröffentlichen lassen. Baron v. Embden ihr Sohn, der auch zugegen war, sagte, daß in diesem Manuskript Heine die Bibel „den Arzneischrank der leidenden Menschheit" nennt.—In einem Feuilleton „Vom Bord eines Frachtdampfers" schreibt Dr. Schwarz-Blankensee in der „Frankfurter Ztg.": „Die tüchtigsten Schauerleute, (Schiffslader) sind die Sephardim in Salonik, vertriebene portugiesische Juden, welche die Hälfte der Einwohner dieser Stadt bilden Ich möchte jedem, der die Semiten für untauglich zu köperlicher Arbeit hält, einmal diese stattlichen Gestalten vorführen mit den oft edel geschnittenen Gesichtern, wie sie fleißig und gewandt große Mengen Ladung in kurzer Zeit bewältigen; besonders als es einmal galt an einem Freitag vor 6 Uhr, dem Beginn des Sabbaths das Schiff fertig zu machen — was sollte der Türke am andern Tag erst noch dazu kommen und den Verdienst zum Teil haben? Der Gedanke, selbst am Sabbath einige Stunden zu arbeiten, kam gar nicht auf." — Frau Baronin Clara von Hirsch geb. Bischoffsheim hat>izur Erinnerung an ihren in Frankfurt a. M. geborenen Oheim Dr. Salomon Haynm Goldschmidt eine Stiftung unter dem Namen „ Goldschmidt-Bischoffsheim'sche" Darlehenskasse errichtet. Die Kasse bezweckt der Notlage Hilfsbedürftiger durch Gewährung unverzinslicher Darlehen abzuhelfen, besonders ihnen zu ermöglichen, durch die Ausübung eines ehrenhaften Gewerbes oder Berufes den Unterhalt für sich und ihre Familien zu gewinnen. Die Stiftung ist interkonfessionell. Sie ist landesherrlich genehmigt worden und beginnt ihre Wirksamkeit. Die zu gewährenden Darlehen betragen Mk. 500, in Ausnahmefällen können Darlehen bis Mk. 800 bewilligt werden. — In Aachen starb der Stadtbibliothekar Dr. Emil Fromm geboren am 9. Juli 1858 in Gnesen. — Der kürzlich verstorbene Privatier Louis Levy iu Hamburg hat sein nicht unbedeutendes Vermögen zum Zwecke einer Stiftung für Freiwohnungen vermacht, welche Bedürftigen, die der deutsch-israelitischen oder portugiesischen Gemeinde angehören,

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