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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-02-01 · Heft 2 (1.2.1899) · p. Seite 44

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 2 (1.2.1899)
Date
1899-02-01
Page
Seite 44 (sequence 20)
Language
German
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44 geben, der eine Reihe interessanter Mitteilungen enthält. Die Zahl der beitragspflichtigen Gemeindemitglieder ist von 16,235 auf 21,389 gestiegen. In den letzten drei Jahren sind 241 Gemeindemitglieder aus dem Judentum, 34 aus dem Verbände der Synagogengemeinde ansgeschieden. Die Gemeindesteuer ist von "/-«Prozent auf 1k Prozent der Staatseinlommensteuer ermäßigt worden. Die Gemeinde unterhält zur Zeit fünf Synagogen und fünf Religionsschnlen mit insgesamt 1172 Schülern. Die Knabenschule der jüdischen Gemeinde zählte 1898 606, die Mädchenschule 405 Zöglinge. Die Armenpflege hat durch Errichtung einer Centralstelle für die Wohlthätigkeitsanstalte» der jüdischen Gemeinde einen gedeihlichen Aufschwung genommen. -An Unterstützungen wurden 1897/98 an 3699 Parteien seitens der Armenkvmmission zusammen 102,904 Mark verausgabt, wozu noch 27,019 Mark an verschämte Arme und 9394 Mark an durchreisende Glaubensgenossen kommen. In den beiden Altersversorgungsanstalten der Gemeinde wurden 220 Hospitaliten, in den beiden Waisenhäusern 501 Zöglinge verpflegt. An der Spitze der Wohlthäter, welche den Gemeinde-Instituten größere Zuwendungen gemacht haben, steht die Kaiserin, welche sowohl dem Hospital, wie der jüdischen Erziehungsanstalt in Pankow erhebliche Summe widmete. Die Eiimahmen der Gemeinde betrugen im letzten Jahre 5,202,776 Mark, wovon 1,015,354 Mark auf die Beiträge der Gemeindemitglieder entfielen, während sich die gesamten Ausgaben auf 4,200,758 Mark beziffern, von denen 230,679 Mark für Gottesdienst, 143,562 Mark für die Unterhaltung der eigenen Schulen und den Religionsunterricht an den höheren staatlichen Lehranstalten ausgegeben wurden. Das Gemeindevermögen beläuft sich nach dem Bericht auf 1,002,018 Mark. — Dem Hohenzollernmuseum sind unter den Erinnerungen au die Kaiserreise nach Palästina anch die hebräische Adresse der dortigen Juden auf einer weißen Seidenrolle und das Album der jüdischen Kolonien übergeben worden. — Die Verhandlungen und Beschliisse der Generalversammlung des Rabbinerverbandes in Deutschland zu Berlin am 1. und 2. Juni sind nach stenographischer Niederschrift in einem Baude (in Poppelauers Buchhandlung) erschienen. — S. P. Kabinowih hat in hebräischer Sprache eine Biographie Zacharias Frankels (Heft 1) veröffentlicht und von Herrn Nathan Bamberger Rabbiner in Würzburg ist eine Biographie seines Vorgängers und Vaters Seligmann Bär Bamberger geb. 6. November 1807 gest. 13 Oktober 1878 erschienen. — Im II. Bande seiner deutschen Geschichte erzählt Treitschke, daß eine Reihe jüdischer Jünglinge an den Befreiungskriegen teilgenommen haben, und er gesteht: „Die Söhne jener gebildeten Häuser, die sich schon ganz als Deutsche fühlten, thaten ehrenhaft ihre Soldatenpflicht." Und wo er über den teilweise unmilitärischen Sinn der Juden spricht, da hat er soviel Gerechtigkeitsgefühl — es ist freilich im zweiten Baude seiner deutschen Geschichte; nachher hat sich dieses Gerechtigkeitsgefühl erheblich gemildert — um zu sagen: „Was hätte sie auch zu den Fahnen locken sollen? Von den Offiziers-

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