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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-01-01 · Heft 1 (1.1.1899) · p. Seite 17

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 1 (1.1.1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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17 Hannover hat anläßlich seiner silbernen Hochzeit „Familienblätter" zur Erinnerung an seinen verewigten Vater Raphael I. Karger im Namen der Familie herausgegeben, die u. a. eine auch für weitere Kreise sehr interessante Genealogie des durch seine philanthropischen Bestrebungen wohlbekannten, im vorigen Jahre zur ewigen Ruhe Heimgegangenen R. Karger in Grätz enthält. — Das jüdische Lehrerseminar in Hannover feierte sein SOjähriges Bestehen. — Gelegentlich der Zusendung der jüngst von Herrn Prediger vr. pliil. D. Leimdörfer in Hamburg herausgegebenen Zeitstimme unter dem Titel „Der alte Gott und die neue Zeit" an den ihm von seiner Studienzeit her bekannten Meister dramatischer Kunst, Adolf Ritter von Sonnenthal, Regisseur des k. Hofburgtheaters in Wien, richtete der letztere am 8. November an den Autor ein Schreiben, das in mehrfacher Beziehung hochinteressant zur Charakteristik der Persönlichkeit Sonnenthal's als ein höchst wertvoller Beitrag gelten kann. Der Wortlaut dieses Briefes ist der folgende: „Eure Hochwürden haben mir durch Übersendung Ihrer höchst geist- und inhaltreichen Predigt eine anregende, ja. andachtvolle Stunde bereitet. — Ihr Thema, der einalleinige Gottesgedanke, ist es ja, der uns zu Juden macht, , und cr allein ist der feste Kitt nicht, wie Sie ganz zutreffend den Dichter verbessern, des morschen, sondern des unauflöslichen Bundes, der uns zusammenhält und uns die Kraft verleiht, dieser verpestenden Seuche der sogenannten „Neuen Zeit", dem Antisemitismus, die Stirne zu bieten. — Ich selbst, wenn auch nach unseren heiligen. Dogmen nicht religiös, doch bis in die innersten Fasern meines Herzens Jude, ich begrüße solche erhebende, uns neu belebende Stimmen, wie die Ihrige jederzeit mit dankbarem Enthusiasmus, und wo ich selbst im Stillen, oder auch ganz laut, mein Scherflein beitragen kann, thue ich es immer. Als ich vor. einigen Jahren zum ersten Male Lessing's „Nathan" spielte, wurde mir von verschiedenen Seiten große Anerkennung zu teil und auch eine fürstliche Gönnen» von mir ließ mich zu sich rufen und überschüttete mich mit Lobeserhebungen; Durchlaucht, erwiderte ich, diesmal hat der Künstler weniger Anteil am Erfolge gehabt, als vielmehr der Jude in mir, der mich für meine Aufgabe begeisterte, es >var mir geradezu eine Wollust, einmal von meiner Kanzel herab mein schmerzerfülltes Herz auszuschütten. — Die Fürstin sah mich eine Weile überrascht an, dann drückte sie mir stumm die Hand — es war die Fürstin Pauline Metternich. — Noch ganz besonderen Dank muß ich Hochwürden aber auch noch sagen, daß Sie in so warmen, schwungvollen Worten unserer unglücklichen Kaiserin gedachten, deren Schicksal wohl zu dem Entsetzlichsten und zugleich Erschütterndsten unseres Jahrhunderts gehört. — Nochmals Dank von ganzem Herzen und empfangen Sie zugleich den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung, mit welcher ich verbleibe Euer Hochwürden ganz ergebener A. Sonnenthal." — Man berichtet: In das Preußische Abgeordnetenhaus wurden auch zwei Juden Herr Dr. Max Hirsch, bekannt als Führer der Gewerkvereine und Herr Landesgerichtsrat Peltasvhn in Brom-

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