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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1899-01-01 · Heft 1 (1.1.1899) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
19 (1899)
Issue
Heft 1 (1.1.1899)
Date
1899-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Die auf diesem Wege gemachte Erfahrung ließ mich zu meinem lebhaften Bedauern die Thatsache feststellen, daß bis heute noch kein Institut speziell für die Jüdinnen eingerichtet ist. Die Mehrzahl der jüdischen Lehrerinnen wird wohl bei aller Toleranz und gegenseitigem Wohlwollen ein wahres Heimatsgefühl nur auf dem Grund und Boden empfinden, der für sie in der Weise vorbereitet ist, daß das Bewußtsein der Gleichberechtigung in ihnen aufkeime, für gleiches Interesse und warme Hingabe an den Beruf auch dieselbe Anerkennung und Sorge für ein Heiin zu finden, wie es den christlichen Lehrerinnen schon lange in einzelnen Gegenden erbaut worden ist. Ich glaube man wird auch die Leistungen der jüdischen Lehrerinnen vom gleichen Standpunkt beurteilen und in Erwägung ziehen, daß ihnen im Beruf noch mehr Schwierigkeiten in den Weg treten, da den Jüdinnen bekanntlich weniger feste Stellen geboten werden. Nach Klarlegung der betreffenden Angelegenheit gestatte ich nur nun die herzliche Bitte an die Lehrerinnen und alle Menschenfreunde, welche das Wohl des Lehrerin: enstandes im Auge haben, unterstützen sie meine Anregung, indem Jeder in seinem Kreise wirkt, um einflußreiche, maßgebende Persönlichkeiten p finden, welche mit Rat und That zur Verwirklichung unseres Unternehmens beitragen können. Wahrlich es wäre ein edles Werk, dem Bedürfnisse der Leit entsprechend, wenn den Leiterinnen der Jugend ein Ban entstände, wo sie in Ruhe und Frieden ihren Lebensabend verbringen könnten. Zu diesem schönen Unternehmen erbitte ich von Herzen die Hilfe aller mildthätigen Menschenfreunde und Anhänger des Judentmns. Paul ine Münchhausen Berlin, Großbeerenstr. 9411. Wonatsschau. Über die Begrüßung des deutschen Kaiserpaares durch die Israeliten in Jerusalem wird mitgeteilt: In der Jaffastraße wurde ein Triumpfbogen errichtet, -unter welchem beim Einzuge des Kaisers die Mitglieder des Comites und andere jüdische Notabilitäten sich versammelten. Daneben hatten die Zöglinge des deutschisraelitischen Waisenhauses und der Lämmelschule Aufstellung genommen. Beim Nahen des Kaisers sprachen die beiden Oberrabbiner Eljaschar und Galant den rituellen Segensspruch, und darauf sagte der Erstere: „Die Juden Jerusalems entbieten Eurer Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin in tiefster Ehrerbietung herzliches Willkoinmen in dieser alten, ehrwürdigen Stadt, die durch die Geschichte des Volkes Israel geheiligt ist." Sodann überreichte der zweite Oberrabbiner mit hebräischen Worten eine Pergamentrvlle, welche die in gleicher Sprache abgefaßte und ins Deutsche übertragene Adresse enthielt. Nachdem Direktor Cohen den Segensspruch, der deutsche Consul die Ansprachen ins Deutsche übersetzt hatten, antwortete der Kaiser: „Ich danke für die Adresse und für den Empfang seitens

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