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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-12-01 · Heft 12 (1.12.1898) · p. Seite 286

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 12 (1.12.1898)
Date
1898-12-01
Page
Seite 286 (sequence 22)
Language
German
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286 Hunderts eine Jüdin Namens Hanna Uorsa, die, obschon von sehr niedriger Abkunst, die Frau eines englischen Lords wurde, der der höchsten englischen Aristokratie angehörte. Was diese Heirat herbeiführte, war der Umstand, daß sie nämlich als Sängerin allgemein gefeiert wurde und zugleich auch von der Natur mit weiblichen Reizen reichlich ausgestattet war. Ihre Tochter, die ebenfalls große Talente und eine außerordentliche Schönheit besessen hatte, heiratete den Herzog von Gloucester, welcher ein Neffe des englischen Königs George III. war. Theater Muflk und bildende Kunst. Die Antwerpener königliche Akademie der schönen Künste hat den Berliner Kupferstecher Professor L. Jacoby zum wirklichen auswärtigen Mitglied gewählt. — Das jüngste Heft von „Nord und Süd" bringt das Porträt Humperdinck's, der durch sein Talent und durch die geschickte Verwendung populärer Kinderlieder in seiner „Häusel und Gretel"-Oper zu einer großen Beliebtheit gelangt ist. Merkwürdig ist der Text, mit dem Herr Neitzel, der ausgezeichnete Kritiker der „Kölnischen Zeitung", in der genannten Monatsschrift das Porträt seines Freundes begleitet. Das Berliner „Kl. Journal" schreibt hierüber unter der Chiffre St. Folgendes: Dieser Text ist sehr indiscret und läßt Herrn Humperdinck erzählen, er habe sich einst um den Preis der Meyerbeer-Stiftung beworben. Natürlich habe er Wagner gegenüber nichts von seiner Bewerbung geäußert, da er fürchtete, der Name Meyerbeer würde seine Laune verderben. Er habe sich daher, wie ein armes, junges Mädchen geschämt, das sich soeben mit einem reichen, alten Herrn verlobt hat, als er in Wahnfried mit der Siegesnachricht erschien, daß er auch dem Meyerbeer-Preise nicht entgangen sei. Aber Wagner habe ihn lustig auf die Backen geklopft und gesagt: „Mn «lot, non ölst!" Herr Humperdinck war also dem baaren Gelde der Meyerbeer-Stiftung, das er augenscheinlich brauchte nicht entgangen, und hatte sich geschämt, nachdem er es einkassiert hatte, und wenn Wagner ihm nicht versichert hätte, daß das Geld nicht rieche, so wäre er untröstlich gewesen. Aber warum hat er sich denn um den Preis beworben? Oder warum hat er der Bewerbung die Bemerkung nicht angefügt, daß er sich schämen würde, dem Preise nicht zu entgehe»? Wir haben nur die Bitte an die Verwaltung der Meyerbeer-Stifung anzufügen, sie möge in Zukunft ihren Preis nur an solche Bewerber vergeben, die sich nicht schäme», wenn sie demselben nicht entgehen. Sie schuldet dies dem Namen Meyerbeer's, der vorläufig länger auf dem Repertoire geblieben, als der Name Humperdinck's und sie schuldet dies auch dem Andenken des Stifters, der stets eine offene Hand für die Bedürftigen hatte, und namentlich für Wagner, wie aus zahlreichen Briefen bekundet ivird, mit echter, opferfreudiger Collegialität handelte." — War Uordau, der in der letzten Zeit als Vorkämpfer des Zionismus hervorgetreten ist, bietet in seinem neuesten soeben

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