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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-12-01 · Heft 12 (1.12.1898) · p. Seite 273

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 12 (1.12.1898)
Date
1898-12-01
Page
Seite 273 (sequence 9)
Language
German
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273 im Geschäft annehmen, sorgsam zu überwachen, nach Möglichkeit dafür zu sorgen, daß diese jungen Menschenblüten durch das anstrengende Geschäftsleben nicht beeinträchtigt, sondern soviel es geht, körperlich und geistig gefördert werden, das ist eine edle Aufgabe für den Verein, deren Erfüllung die Damen des Comites freudig zusagten. Es wurde beschlossen: a. für die durch den Arbeitsnachweis untergebrachten Lehrmädchen Fürsorge zu üben durch Überwachung des ferneren Lebensganges seitens zu bestellender Pflegerinnen und event. auch durch Bewilligung von Stipendien an dazu geeignete Mädchenb. für jedes Lehrmädchen wird aus der Mitte des Damenkomites eine besondere Pflegerin bestellt, welche das ihr zugewiesene Mädchen unter ihre Obhut nimmt, sich um das Wohl und Wehe ihres Schützlings kümmert und bei ihren Handlungen immer den Zweck im Auge hat, aus dem Kinde ein nützliches Mitglied der Menschheit im Allgemeine», und unserer Glaubensgemeinschaft im Besonderen zu machen. Bezüglich der zur Diskussion gestellten dritten Frage: „was kann für die älteren arbeitsuchenden Leute geschehen", war man sich zunächst darüber einig, daß dem Verein hier die schwierigste Aufgabe gestellt sei, daß man aber mit allen Kräften versuchen müsse, auch für die alten Leute passende Beschäftigung zu suchen- Es wurde für notwendig erachtet, die älteren Personen, welche den Verein wegen Zuweisung einer Stelle in Anspruch nehmen, recht eingehend über ihre Fähigkeiten zu befragen, und je nach dein Ergebnis der Feststellungen individuell für solche Leute die geeignete Arbeit zu verschaffen. Der Verein wird den Versuch machen, durch geeignete Schritte bei größeren Instituten rc. die Besetzung der Stellung für Reinmach- und Scheuerfrauen übertragen zu erhalten. Ebenso werden aufs Neue Versuche dahin angestellt werden, daß dem Verein die Besetzung von Portierstellen, Aufseherposten u. dgl. übertragen wird. Nach sehr lebhafter, fast dreistündiger Diskussion schloß der Vorsitzende die Sitzung mit warmen Dankesworten au die erschienenen Damen, und mit der Zusicherung, daß die Ergebnisse der gemeinsamen Beratung sobald als möglich durchgearbeitet und in der nächstfolgenden Sitzung des Damenkomites mitgeteilt werden soll, welche Schritte der Verein zur Ausführung dieser Ergebnisse gethan, und welche Resultate er erzielt hat. Landsrabbiner Dr. L. Kerzfeld. Mit Bezug auf den Artikel „die religiöse Reform" in No. 10 d. Bl. lassen wir hier eine biographische Skizze dieses verdienten Vorkämpfers für Reform im Judentume folgen*). Herzfeld wurde zu Ellrich im Harz am 28, Dezember 1810 geboren. *) Vgl. Gustav Karpeles in der Neuausgabe der Handelsgeschichte d. Juden im Altertum.

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