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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-12-01 · Heft 12 (1.12.1898) · p. Seite 271

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 12 (1.12.1898)
Date
1898-12-01
Page
Seite 271 (sequence 7)
Language
German
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271 tum angehörten, keine geringe war. Wir nennen nur z. B. den Bischof Neander, der ursprünglich David Mendel hieß, den berühmten Stahl, welcher das geflügelte Wort gesprochen: „Die Wissenschaft muß umkehren", Paulus Kassel, der, solange er Jude war, Selig hieß u. v. a. Hochinteressant sind die Mitteilungen des Verfassers über die Stellung Ludwigs des Frommen (814—840) zu den Juden: dieser tolerante, deutsche Kaiser erließ u. a. Bestimmungen, welche besagten, daß niemand es wagen solle, die Juden zu beunruhigen oder zu verleumden. Unter seiner Regierung besuchten manche Nichtjuden sogar die Synagogen, und die boshafte Chronik jener Zeit weiß zu melden, daß jene Herren an den Predigten der Rabbinen zuweilen mehr Gefallen, als an denen der eigenen Geistlichen gefunden haben. Wie der Kaiser, so war auch seine zweite Gemahlin, die schöne und geistvolle Judith, die Tochter des Grafen Welf, ihnen sehr gewogen. Sehr lehrreich ist es, was Dr. Adolph Kohut über den Handel der Juden im Mittelalter, die jüdischen Zinsgeschäfte, die Geldverhältnisse, die Leistungen der Juden auf dem Gebiete der Handelswissenschaft, die geschäftlichen Verbindungen mit der Geistlichkeit, den Kleinhandel und Schacher, den Wucher rc. berichtet. Entsetzlich sind die Schilderungen der Ausbrüche des Fanatismus während der Kreuzzüge, so daß der Genius der Menschheit angesichts jener tragischen Vorgänge trauernd die Fackel senkt. Das überaus reich illustrierte Familien- und Volksbuch mit seinen 800 Seiten Text und weit über 100 Abbildungen ist trotz dieser glänzenden, wissenschaftlichelt und illustrativen Ausstattung sehr wohlfeil und sollte deshalb in dem Hause keines Gebildeten fehlen. Htever den Werl'iner Worein für Arbeitsnachweis. Der Verein für Arbeitsnachweis begründet von den Bnai-Briß-Logen, hat seine bedeutend erweiterten Geschäftsräume am 1. Oktober von der Klosterstr. 44 nach der Rosenthalerstraße 34/35 verlegt. Dem unentwegten und eifrigen Arbeiten dieses Vereins ist es gelungen, seit dem 1. Januar 1898 1250 Personen in dauernde Stellungen zu bringen, ein Resultat, welches zu erreichen nur möglich war durch äußerste Anspannung aller Kräfte und vor allem durch zweckmäßige Einrichtungen, die den Geschäftsgang erleichtern und die Bewältigung eines so großen Arbeitsfeldes bei verhältnißmäßig geringen Mitteln zulassen. Damit der Verein aber immer mehr leisten kann und ihm bewährte Kräfte bei seiner segensreichen Arbeit helfen, hat der Vorstand in seiner Sitzung vom 23. Oktober die Herren Maurermeister Marcus Adler, Rentier Maximilian

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