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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-12-01 · Heft 12 (1.12.1898) · p. Seite 268

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 12 (1.12.1898)
Date
1898-12-01
Page
Seite 268 (sequence 4)
Language
German
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268 Im Schlußcapitel zeigt Lazarus den eigentlichen Charakter der jüdischen Ethik als Sozialethik. „Heiligung ist Vereinigung" . . . Denn nicht nur der Einzelne, sondern die Gesammtheit kann im wahren Sinne heilig sein. Heilig in der Einzahl ist nur Gott," (8 259b. S. 311f.). „Gleichwohl ist die Zusammenschließung der Seelen . . . noch ein sehr hoch und ein sehr fern liegendes Ideal. . . . Aber das Ideal ist göttliche Verheißung und „das Wort Gott besteht für die Ewigkeit." (8 291. S. 361). So schließt Lazarus den I.Band seines Werkes, von dem er sich in einem Briefe an mich einmal äußerte, daß es dem „Kiddusch- Haschem" gewidmet sei Mögen die idealen Hoffnungen, die der greise Gelehrte und mit ihm alle wahrhaft fühlenden Seelen an das Erscheinen der „Ethik des Judentums" mit so vieler Berechtigung knüpfen, in Erfüllung gehen und dieses Werk, das sicherlich nicht nur in jeder Bibliothek des Fachgelehrten, sondern auch in jedem Familienkreise, in unseren Lehranstalten, wie auf unseren Kanzeln den Ruhm und die ethische Größe des Judentums künden wird, möge es dem „Kiddusch- Haschem" diene», und eine wahrhafte Erkenntnis und eine gerechte Würdigung des Judentums sowohl bei seinen Bekennern wie bei seinen verblendeten Widersachern anbahnen und dauernd zum Durchbruche verhelfen. Lazarus aber, hat mit diesem seinem jüngsten Werke einen neuen Lorbeer um sein greises Haupt gewunden. Möge ihn dieser noch eine lange Reihe von Jahren in ungeschwächter Körper- und Geisteskraft zieren. Unser Standpunkt gegenüber dem conservativen Judentum. Aus dem von Herrn Rechtsanwalt Dr. Blau verfaßten Jahresbericht des Freisinnigen Vereins für jüdisches Gemeindeleben in Frankfurt a. M. 1897/98. Angesichts der vielfachen Mißverständnisse nnd Anfeindungen und der von mancher Seite geradezu mit Bewußtsein geübten Entstellungen möchten wir unseren Standpunkt gegenüber dem conservativen Judentum an dieser Stelle wieder einmal klarlegen. Es lag und liegt uns fern, mit unseren Bestrebungen unseren coilservativen Brüdern nahe treten zu wollen, deren Liebe, Begeisterung, Opferwilligkeit und Treue für die angestammte Religion wir bewundern und für unsere Kreise, in denen sie leider nicht immer in demselben Maße anzutreffen sind, erwünschen; aber es muß um der Wahrheit und des Heils des Judentums willen immer und immer wieder betont werden, daß die unbekümmerte und oft bis zur Rücksichtslosigkeit und Intoleranz betriebene Ausübung von teils einer geläuterten, religiösen Anschauung nicht mehr entsprechenden, teils in unseren Herzen keinen frommen Wiederhall mehr findenden Sitten und Gebräuchen unter dem Vorwände, daß

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