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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-11-01 · Heft 11 (1.11.1898) · p. Seite 262

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 11 (1.11.1898)
Date
1898-11-01
Page
Seite 262 (sequence 22)
Language
German
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262 Theater Wustk und bildende Kunst. Der amerikanische Botschafter für Constantinopel Mr. Oskar Strauß sammt seiner Familie besuchte bas jüdische Museum für Kunst- und historische Denkmäler in Wien. Der Präsident des Curatoriums feierte in dem Gaste nicht nur den bewährten, ausgezeichneten Vertreter einer der größten uiib mächtigsten, gleichzeitig einer der freiesten und tolerantesten Staaten, sondern auch den treuen und anhänglichen Bekenner des Judentums. Der Botschafter erwiderte in englischer Sprache, daß es ihn außerordentlich freue, das Museum, über welches er in Amerika viel gelesen und gehört habe, kennen zu lernen. Die Regierung seines Landes sei frei von Vorurteilen in Bezug auf das Bekenntnis der Staatsbürger. Es sei in der nordamerikanischen Union allgemein bekannt, daß die republikanischen Institutionen von den Puritanern, welche mit der Bibel in der Hand eingezogen sind, auf biblische, somit auf jüdische Grundlagen aufgerichtet seien. Mit großem Interesse betrachteten die Gäste die zahlreichen Objekte von hervorragend archäologischem und künstlerischem Werte, insbesonderedie italienischen Majoliken, die Objekte für den rituellen Gebrauch, die alten Manuskripte und die Judenschutzbriefe (Hoffreiheiten) aus dem 18. Jahrhundert, von deren Existenz man in Amerika natürlich keine Kenntnis besitzt. Mr. Strauß äußerte den Wunsch, daß die interessanten Vorträge, welche ihm inhaltsweise bekannt waren, durch die Gesellschaft publicirt werden mögen. Nach fast zweistündigem Aufenthalte verließ der Botschafter mit seiner Familie das jüdische Museum. Vom 1b. Oktober an ist das Museum (I., Rathausstraße 13) an jedem Samstag von 11 bis 1 Uhr Mittags für den Besuch des Publikums geöffnet. — Auf Veranlassung des Leipziger Mäcens Alphons Jacobson hat der von der Münchener Akademie mit einem auszeichnenden Zeugnis entlassene, reichbegabte Künstler Herr Israel Krupenie aus Slonin in Rußland für den dortigen „Israelitischen Kinderhort" einen „Moses" gemalt, wie er auf dem Berge Sinai die zehn Gebote Gottes empfängt. Hoch erhobenen Hauptes, mit der Linken auf die in der rechten ruhenden Gesetzestafeln deutend, hebt sich die Gestalt des großen Propheten wirksam von dem gewitterschweren Himmel ab. — Jüngst fand in Wien eine interessante Versteigerung statt; es wurden nämlich Kompositionen und deren Aufführungsrecht aus dem Nachlaß des berühmten Salomon Sulzer öffentlich feilgeboten, deren Kunstwert nur auf ca. 800 fl. angegeben war. Es erschienen zahlreiche Musikliebhaber, darunter auch bekannte Persönlichkeiten zu dieser Lizitation. Als aber die Kunde sich verbreitete, daß anch ein Sohn Salomon Sulzers, der Solo-Cellist an der Hofoper, Herr Josef Sulzer, erschienen sei, da mochten es die Anwesenden als einen Akt der Pietät ansehen, daß der Sohn die Kompositionen des Vaters erwerbe, denn sie machten ihm keinerlei Schwierigkeit,, in den Besitz derselben zu gelangen, und so erwarb Herr Josef Sulzer die Kompositionen um den Schätzungs-

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