Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1898)
- Date
- 1898-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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261 Lehren unb Glaubensgrundsätze des Judentums niedergelegt ist nach der besten Überzeugung dieser Konferenz. Ein kurzer und klarer Syllabus dieser Lehren und dieser Glaubensgrundsätze und die Ausarbeitung desselben wurde einem Spezialkomite überwiesen, und ist das Glaubensbekenntnis dieser Konferenz in Beantwortung der Frage: Was ist Judentum? — Der Jordan wird jetzt von einem Dampfboot „Prodromus" befahren. Dasselbe unterhält einen regelmäßigen Personenverkehr von der Brücke nahe bei Jericho bis an das südliche Ende des toten Meeres. — Die türkische Regierung hat das Gutachten des General-Gouverneurs von Syrien darüber eingeholt ob es sich empfehle, einer Kapitalistengruppe, die sich um die Conzession zu einer Bahn von Tripolis (Afrika) über Alexandrien nach Bassarah am persischen Meerbusen bewirbt, dieselbe ihr auch zu erteilen. Die Bahn würde durch den Süden Palästinas führen und das tote Meer im Süden passieren. Der General-Gouverneur empfahl die Erteilung dieser Concession, weil dadurch die schon längst projektierte Bahnverbindung Alexandrien-Jerusalem-Damaskus-Rekah (Euphraththal) eher realisiert werden könnte. Auch würde durch den Bau der Bahn, der Süden Palästinas, der heute nur spärlich bevölkert ist, rasch einen Aufschwung nehmen und sich mit Dörfern und Culturen bedecken. — Wie arabischen Blättern aus Benghazi geschrieben wird, besteht in der berühmten Handelsstadt Kano in der; Sahara seit einigen Monaten eine kleine Ansiedelung von maghrabinischen (marokkanischen) Juden, die über die große Negerstadt Timbuktu dorthin kamen, um dort Handel zu treiben und besitzen sie auch schon ein Bethaus (zalijah), das freilich bloß eine Lehmhütte mit einem Strohdache ist. Die Stadt Kano gehört dem Sultan von Jakuba, der wieder ein Vasall des Sultans von Sokoto, des mächtigsten Fürsten der Sahara, ist. In der Wüste Sahara, wo es mehrere Negerreiche mit blühenden Städten giebt, lebten bis jetzt keine Juden, da die Bevölkerung dort, die teils muhamedanisch, teils heidnisch ist, noch zu wild ist. In der neuesten Zeit aber, besonders seitdem die große Stadt Timbuktu von den Franzosen besetzt wurde, haben marokkanische Juden, die bekanntlich sehr unternehmungslustig sind, fleißig Reisen nach der Sahara unternommen, um dort europäische Waaren zu verkaufen. Schließlich haben sich einige in der Stadt Kano, die in der Mitte der Sahara liegt und über die^Franzosen eine Bahn von Algier aus nach der Stadt Kauka am Tschadsee bauen wollen, dauernd niedergelassen. — Die erste der drei Glocken der evangelischen Erlöserkirche, welche am 31. Oktober, in Gegenwart des deutschen Kaiserpaares eingeweiht wird, trägt der Bestimmung desselben gemäß folgende Inschrift: Die il-Glocke „Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott; redet zu Jerusalem freundlich." (Jes. 40. 1—2.)