Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1898)
- Date
- 1898-11-01
- Page
- Seite 257 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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257 Niemandem entgegengestellt werden als Grund der Ausschließung oder der Unfähigkeit, insoweit es den Genuß der bürgerlichen und politischen Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern, Funktionen und Ehrenstellen oder die Ausübung der verschiedenen Gewerbe und Industrien betrifft, an welchem Orte es auch sei." (Vgl. „Augsburger Allgemeine Ztg." vom 23. September 1878.) — Der Vorstand der Wiener israelitischen Cnltusgemeinde hat in seiner am 21. September stattgefundenen Plenarsitzung einstimmig beschlossen, zum Andenken für immerwährende Zeiten an weiland Ihre Majestät die Kaiserin Elisabeth eine Anstalt für jüdische Krankenpflegerinnen zu gründen und die Allerhöchste Ermächtigung dafür einzuholen, daß die Humanitätsanstalt den Namen „Kaiserin Elisabeth- Stiftung für israelitische Krankenpflegerinnen" führen dürfe. Das Institut soll Krankenpflegerinnen israelitischen Glaubens heranbilden und die mit dem Dienste der Krankenpflege bereits Vertrauten in einem Mittelpunkte vereinen. Es soll eine Pflegerinnen-Schule und ein Pflegerinnen-Heim geschaffen werden. Das Institut wird seine Pflegerinnen an das Krankenbett der Armen entsenden, an die Seite der unglücklichen, welche jeder Wartung entraten, und Biele, an schwerem Übel darniederliegend, Heilung oder zumindest Milderung ihrer Leiden erhoffend, werden in dankbarer Anerkennung, liebevoller Pflege, in ihren Gebeten das Andenken ihrer verklärten Kaiserin segnen. Die neue Schöpfung soll sich den in Wien bestehenden großen Humanitätsanstalten der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, dem in Erweiterung begriffenen Jsraeliten-Spitale, dem Altersversorgungshause und dem sich daran schließenden Siechenhause ergänzend anreihen, als Cnltusgemeindeinstitut ins Leben gerufen, durch den Vorstand organisiert und geleitet werden, aber in unverbrüchlicher Erinnerung an die unvergeßliche Kaiserin unter Mitwirkung der gesammten jüdischen Bevölkerung Wiens zur That werden. — Vor einigen Tagen ist der 14. Jahrgang des Statistischen Jahrbuchs der Stadt Wien ausgegeben worden, und da ist nun nicht uninteressant, zu konstatieren, wie groß die Zahl derjenigen ist, die ihren Glauben während des Berichtjahres gewechselt haben; und zwar ausgetreten aus der römisch-katholischen Kirche sind 507 Personen, aus der evangelischen 115, aus dem Judentum 443. Eingetreten in diese Religionsgesellschaften sind: I. 412, II. 393, III. 73. — äJicm schreibt uns: Die Internationale Ausstellung Palais-Royal-Paris 1898 hat dem Redakteur der „Drohobyczer Zeitung" und Buchdruckereibesitzer A. H. Zupnik die höchste Auszeichnung, das Ehrendiplom sammt der goldenen Medaille verliehen. — Unter dem Titel: „Der jüdische Arbeiter", Organ für die Interessen der jüdischen Arbeiterschaft, giebt der bekannte Zionist Dr. S. R. Landau, in Wie», der frühere Redakteur der „Welt," eine neue zionistisch-sozialistische Zeitschrift heraus, die die Interessen hrs jüdischen Proletariats und der jüdischen Arbeiterschaft, die, wie es in dem Prospekt zu lesen ist, „bisher von der jüdischen Publicistik in unverzeihlicher Weise vernachlässigt", vertreten soll. „Ein Opfer antisemi-