Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1898)
- Date
- 1898-11-01
- Page
- Seite 251 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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auf eine Reihe schöner Erfolge hin, mit Stolz und Genugthuung auf die bereits erwähnte und nur durch diese Prinzipien möglich gewordene Thatsache, daß aus ihm Männer hervorgegangen, die noch heute in allen Ländern Deutschlands und Österreichs und über ihre Grenzen hinaus segensreich wirken, und in die Welt hinaustragen jene große unsterbliche Idee, der unsere Anstalt geweiht ist, Vereinigung von Religion und Wissenschaft. So möge dieser treffliche Verein, der in seinen Prinzipien die festeste Bürgschaft für sein Fortbestehen hat, weiter fruchtbringend und segensreich wirken, möge das folgende Vierteljahrhundert würdig sich anschließen dem verflossenen, möge der Homiletische Verein weiter wachsen, blühen und gedeihen! Das walte Gott! Grnest Wenan über KoHetety. IL Eine solche Lehre hätte man bei den Griechen wie bei uns für eine Blasphemie gehalten und für die Verleugnung des Daseins Gottes. Und doch beabsichtigt unser Autor nichts dergleichen. Seine Theorie drückt nur die Meinung aller konsequenten Juden aus, die durch die steberhafte, seit der Erhebung der Hasmonäer um sich greifende Exaltation nicht angesteckt worden waren. Der Dichter des Kohelet gehört durchaus nicht zu jenen Unsinnigen, die da sagen: „Es giebt keinen Gott." Er kann wohl für skeptisch, materialistisch oder fatalistisch, namentlich aber für pessimistisch gelten, doch er ist sicherlich kein Atheist. Ihm würde eine Verleugnung Gottes gleichbedeutend sein mit der Verleumdung der augenscheinlichen Welt, d. h. einfach mit dem Irrsinn. Wenn er sündigt, so geschieht es nur, weil er Gott für gar zu groß und den Menschen für gar so klein ansieht. Er erkennt an, daß Gott die Welt erschaffen hat, um seine Allmacht zu zeigen und daß er ununterbrochen neues Leben schafft. Nur die Ziele, die der Schöpfer bei der Erschaffung des Weltalls und des Menschen sich gestellt hat, bleiben unergründlich. Doch wer sollte es wagen, vor einem so mächtigen Wesen sich nicht zu beugen? Zweifellos richtet Gott die Menschen, wenn auch nach ziemlich unverständlichen Gesetzen, und obgleich es in den meisten Fällen gerade unmöglich ist, seine Einwirkung und seine Hand sofort zu erkennen. Alles in allem hat Gott ziemlich wenig Interesse für den Menschen, da er ihn in die falscheste Lage gebracht hat, indem er ihm das Streben nach Erkenntnis verliehen uud ihn zugleich an ein vergängliches Schicksal gebunden hat, das für Kluge und Narren, für Mensch und Vieh, sich gleich bleibt, und an eine Gesellschaft, in der die Dinge niemals nach den Forderungen der Gerechtigkeit und Vernunft vor sich gehen. Offenbar wäre die undurchdringliche Dunkelheit, .welche die Weltregierung nach der Meinung unseres Autors umhüllt, sofort hell geworden, wenn er die geringste Vorstellung von dem zukünftigen Leben gehabt hätte. Doch er behält