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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-11-01 · Heft 11 (1.11.1898) · p. Seite 248

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 11 (1.11.1898)
Date
1898-11-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 aufhält gar aus unreinen Beweggründen, ich will dereinst nicht teilen niit ihm! Zum Schlüsse frage ich noch, was hoffen wir? und meine Antwort ist, liebe Freunde, wir hoffen sehr viel, wir hoffen eine Wiedergeburt, mit der Zeit eine vollständige Wiedergeburt des Judentums. Uns wird man noch lange anfeinden und schmähen, das ist schmerzlich, aber wir leiden in guter Gemeinschaft, wurden nicht alle Propheten verfolgt? wurde nicht Maimonides in den Bann gethan, und Spinoza desgleichen, und Mendelssohn, Wessely, Jakobsson desgleichen? wurde nicht überall auf Erden, wo ein Besseres zum Durchbruche drängte, erst dem Moloch geopfert? Die unseren sind erst Wenige! man wird uns noch lange anfeinden und schmähen, aber Dem, was wir anstreben gehört die Zukunft, das tragen wir unerschütterlich fest im Herzen, und wenn längst diese Herzen Staub sind, wird das Judentum alles Unjüdische und alles Tote ausgeschieden haben, wird dann dastehen glanzvoll wie der Phönix auf dem Aschenhaufen, und endlich sein, was ihm schon Jeschaja verheißen hat, das Licht der Nationen. Festrede zur 25jährigen Jubelfeier des homiletischen Vereines in Breslau, gehalten im Saale des Conzerthauses vom Präsidenten des Vereines, Dr. Adolf Mach, Rabbiner und Prediger in Brüx. Hochverehrte Festgenossen! Liebe Collegen! Durchdrungen von Gefühlen inniger Freude haben wir uns hier zusammengefunden, um das 25jährige Bestehen eines Vereines zu feiern, zu welchem die Anregung gegeben der Mann, dessen Name mit unserer Anstalt innig verknüpft ist, der Mann, der ihr erster Lehrer und Leiter war.*) Die Anregung des großen Meisters und Lehrers war bald auf fruchtbaren Boden gefallen. Wie könnt' es auch anders sein? Mußte doch ein jeder, der nur ein wenig nachdachte über seinen künftigen Beruf, zu wirken auf Geist und Gemüt, Herz und Verstand, Wille und Gefühl, erkennen die hohe Verantwortlichkeit dieses Berufes, mußte doch ein jeder all' seine Kräfte aufbieten, um sich zu rüsten für diese hohe und bedeutungsvolle Aufgabe. Einsehen mußte aber auch bald ein jeder, daß er allein dieser Aufgabe nicht gewachsen sei, daß erst in der Arbeit vereinter Kräfte die sichere Bürgschaft liege, den künftigen Beruf gewissenhaft zu erfüllen und erfolgreich zu wirken. So kam es, daß der große Meister und unvergeßliche Lehrer seine Anregung bald verwirklicht sah durch die Gründung des Homiletischen Vereins. ') Z. Frankel s. A-

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