Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1898)
- Date
- 1898-10-01
- Page
- Seite 239 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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239 Rechts auf dem Bilde: David, eine junge lebenslustige, sympatische Figur, er spielt die Harfe und schaut sinnend m die rosig leuchtende Ferne, vor ihm, flankirt durch eine Frauenfigur mit tieftraurigem Gesichtsausdrnck, Saul, eine imponirende Gestalt. Schon häufig wollte der Künstler sein Werk der Öffentlichkeit übergeben, doch immer und immer wieder fand er nach seiner Meinung Mängel, welche ihn davor zurückhielten. — Dem Unterhanse hat Herr Charles Wcrtheimer aus London, die Büste von Oliver Cromwell zum Geschenk gemacht, welche in der Wartehalle des Parlamentspalastes aufgestellt werden wird. '— Eine Trauung in Paris, die für die musikalische Welt Interesse hatte, fand jüngst in der Synagoge der Rue Notre Dame statt. Der Bräutigam war M. Gäston Liebermann, Sohn des verstorbenen Oberrabbiners von Nancy, die Braut Fräulein Jeane Horwitz, die berühmte Künstlerin der „Opera Comique" Mehrere Mitglieder der Oper beteiligten sich am gesanglichen Teile des Gottesdienstes. — M. S. H. Goldschmidt, der verstorbene Präsident der „Alliance Jsraelite", war ein großer Kunstfreund und Bildersammler. Seine Sammlung soll jetzt verkauft werden. Sie besteht aus hundert Stücken moderner und alter Meister. — In dem „Standard Theater" ging jüngst eine Premiere „Zola der Wahrheitssucher" von Rackow vor vollbesetztem Hause in Szene. Das Stück ist im Jargon geschrieben für die in London ansässigen russischen Juden und hat deren größten Beifall gefunden. Es ist indes in der That ein ganz bedeutendes Werk, das sich weit über die gewöhnliche Höhe der Jargondramen erhebt und den Beifall voll verdient, der ihni zu teil wird. — Jüngst starb in Leipzig iin 86. Lebensjahre Herr Heinrich Wolff, der ehemalige Konzertmeister des Frankfurter Theaters und Museumskonzerte, der Vorgänger Naret-Konings und Hugo Heermanns. Das Leipziger Tageblatt widmet dem Verstorbenen einen Nachruf in dem es heißt: In dem Konzertmeister a. D. Heinrich Wolfs ist wohl der Nestor der Geigenmeister Deutschlands dahingegangen. Allerdings wissen nur noch die ältesten seiner Frankfurter Mitbürger zu erzählen von der Begeisterung, die der Knabe, der Jüngling erweckte in jenen glücklicheren Zeiten, wo nicht, wie heute, eine Künstlergröße die andere in hastigem Ringen überbieten niußte, um die Nervensensation großer Mengen zu erregen, sondern wo es den Künstlern vergönnt war, einer erlesenen Gemeinde sich in's Herz spielen zu dürfen, um darin sich einen dauernden Platz zu erobern. Von heiliger Begeisterung für seine Kunst erfüllt, von lauterem Streben, nie sich genug thuend, hatte der Verblichene es auf seinem Jnstument zu einer Vollkommenheit gebracht, die ihn zu einem würdigen Rivalen der glänzenden Geiger jener Z.it machte; er wurde geehrt und anerkannt von den besten seiner Zeitgenossen, mit denen ihn Freundschaft und gemeinsame Thätigkeid verband. Seine Vaterstadt Frankfurt bewahrt ihm ein ehrenvolles Andenken an seine vierzigjährige Wirksamkeit als erster Konzertmeister - des Theaters und der Museumskonzerte und schreibt ihm das Verdienst zu, die Pflege der Kammer-