Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-10-01 · Heft 10 (1.10.1898) · p. Seite 238

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 10 (1.10.1898)
Date
1898-10-01
Page
Seite 238 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2969669-2969851-2969862--5518-2974822
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

238 energisch aus, daß dieser sich zu der Erklärung genötigt sah, daß er ja den Esterhazi nur spiele. Das Stück ist mit Musik in Form eines Melodramas geschrieben. — Max Uordaus neues Drama „Doktor Kohn", Bürgerliches Trauerspiel in vier Aufzügen, wird im Oktober d. I. im Verlage von Ernst Hofmann li. Co. in Berlin zur Ausgabe gelangen. — Das neueste Drama aus dem jüdischen Leben von Gabryele Zapolska, das den Titel „Jojne Firnlkes" führt, wird in Warschau zur Aufführung gelangen. Dasselbe bildet eine Fortsetzung von „Malta Schwarzenkopf", ist viel psychologischer /gehalten und behandelt das Problem des Inden-Elends auf breiter Basis. — Der Professor der Musikwissenschaft an der deutschen Universität in Prag, Herr Dr. Guido Adler wurde zum ordentlichen Professor der Theorie und Geschichte der Musik an der Universität in Wien ernannt. Professor Dr. Adler ist ans dieser Lehrkanzel der Nachfolger des Hofrates Dr. Eduard Hanslick. Er ist ein Schüler Hanslicks und hat sich als Forscher auf dem Gebiete der Musikgeschichte und als ausgezeichneter Musiktheoretiker bereits hervorragend bethätigt. Unter seiner Redaktion werden die „Denkmäler der Tonkunst in Österreich" herausgegeben, und er hat überdies zahlreiche andere musikhistorische Studien und Arbeiten veröffentlicht. — In Eharlottenbnrg ist am 10. Aug. der-Komponist Max Alexander nach kurzem schweren Leiden im 32. Lebensjahr gestorben. — Im Rathause zu Berlin fand eine Besichtigung des großen Mühlenbruch'schen Wandgemäldes, das „Berlins Blütezeit" darstellt, durch die Mitglieder des Magistratskollegiums statt. Das Gemälde fand allgemeinen Beifall. Von den Berühmtheiten aus den Kreisen der städtischen Verwaltung und der Gelehrtenwelt, welche auf dem Gemälde dargestellt sind, weilen folgende nicht mehr unter den Lebenden: Oberbürgermeister Forckenbeck, Bürgermeister Dnucker, die Stadtverordneten-Vorsteher Kochhann und Straßmaun, die Professoren Gneist und Dubois-Reymond, Helmholtz. Rauke, der große Geschichtsschreiber und Eduard Lasker. Das Porträt Lasters, das neben Eugen Richter und Schulze-Delitzsch steht und in ganzer Figur dargestellt ist, ist von vorzüglicher Porträtähulichkeit. Diese drei parlamentarischen Koryphäen sind die einzigen Politiker, die auf dem Bilde dargestellt sind, und ihre Auswahl ist eine Auszeichnung. Das Bild wird wegen seiner Ähnlichkeit in der Gruppirung mit Raphaels „Schule von Athen" die „Schule von Berlin" genannt. — In Düsseldorf starb der pensionierte Musiker Herr Leopold Alerander. Der Verstorbene hat vor zwei Jahren das Jubiläum seiner sechzigjährigen Thätigkeit als Mitglied des Düsseldorfer Orchesters gefeiert. In seinen Jugendjahren spielte er bereits unter Mendelssohns Leitung. Tüchtiges Können, Pflichttreue und Bescheidenheit zeichneten den Verstorbenen in hohem Grade aus. — Herr Josef Israels, der Altmeister der niederländischen Maler, legt nunmehr die letzte Hand an ein großes Gemälde: „David und Saul", an welchem ei schon vor fünfzig Jahren begonnen hat. Dieses Kunstwerk macht auf den Beschauer einen überwältigenden Eindruck.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.