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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-10-01 · Heft 10 (1.10.1898) · p. Seite 237

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 10 (1.10.1898)
Date
1898-10-01
Page
Seite 237 (sequence 21)
Language
German
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237 Krankenhause eine Spende von 100000 Rubel zugewendet. — Eine statistische Untersuchung, geleitet von Charles Hoffniann, Sekretär der jüdischen Einwanderungs-Gesellschaft in Philadelphia, hat ergeben, daß in allen Strafanstalten des Staates Pennsylvanien sich nur 114 jüdische Sträflinge befinden. Ein Sherif sagte in seiner Antwort auf die diesbezügliche Anfrage: „Wenn es nur Juden gäbe, wiirde ich meine Stellung verlieren." -- Die allgemeine Friedens-Union der Vereinigten Staaten hat beschlossen, einen Weltfriedens-Kongreß im Anfänge des nächsten Jahrhunderts in Jerusalem abzuhalten. Schon soll der Sultan seine Erlaubnis gegeben haben und ein Komite ist gewählt worden, um die weiteren Schritte und Arangemeuts, die nötig erscheinen, einzuleiten. — Im „Hebrew Union College" in Cincinnati fand die feierliche Entlassung von sechs Rabbinatskandidaten statt Herr Rabbiner Dr. Max Landsberg hielt die Festrede. — In Uew-Uork tagte eine Konferenz orthodoxer Gemeinden, welche eine „Jewish Congregational Union" ins Leben rief. Die Orthodoxie in der Führung mancher dort vertretener Gemeinden kann wohl dadurch gemessen werden, daß bei einem Versuche, die grundlegenden Prinzipien der Gemeindeführung im orthodoxen Sinne festzustellen, konstatiert wurde, daß einzelne Gemeinden des Verbandes Orgel, weiblichen auch von nichtjüdischen Sängern gebildeten Chor und gemeinsame Sitze für Männer und Frauen besäßen, auch ihren Mitgliedern die Entblößung des Hauptes beim Gottesdienste gestatten. — Das auf Anregung und mit Hilfe der „Alliance isra^lite" gegründete Rabbiner- und Lehrer-Seminar in Constantinopel ist eröffnet worden. — In Hombay ist eine jüdische Freibibliothek eröffnet und' am 3. Juli eine Gesellschaft für jüdische Geschichte in Indien gegründet worden. Es ist ein erfreuliches Zeichen von der Entwicklung der indischen Juden, daß sie bereits selbständig an den historischen Forschungen teilzunehmen beginnen und anderseits die Resultate unserer Wissenschaft zu popularisieren bemüht sind. Theater Musik und bildende Kunst. Herr Professor Dr. Eornill, der bekannte Theologe, hat eine dramatische Arbeit „Saul" gedichtet und selbst die Musik dazu geschrieben. Das Ganze wird als „Oper" im Hamburger Stadttheater diesen Winter herauskommen. — In Wien starb, erst 31 Jahre alt, am 2. August der Kapellmeister des Frankfurter Opernhauses Herr Josef Großmann, ein geborener Budapest» Er begann seine Kapellmeisterlaufbahn am Kölner Stadttheater, war dann zwei Jahre an der kgl. Hofoper in Budapest thätig mtb zuletzt in Frankfurt a. M. — In dem „Standard Theatre" in London wurde ein Drama „Capitän Dreifus" im jüdischen Jargon aufgeführt. Alle Juden in London wollen dies sehr wirkungsvoll geschriebene Stück gesehen haben und der Autor Rakow hat einen großen Erfolg. Das Publikum nimmt lebhaften Anteil an der ganzen Aufführung und spielt stellenweise mit. Dem Schauspieler, der den Esterhazy gibt, drückte es sein Mißfallen so

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