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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-10-01 · Heft 10 (1.10.1898) · p. Seite 236

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 10 (1.10.1898)
Date
1898-10-01
Page
Seite 236 (sequence 20)
Language
German
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236 Zeit zugehen lasse», werden Sie in Ihrem Eifer gegen die Zionisten und deren Bestrebungen noch bestärken. — Der große Geschichtsschreiber Michelet, dessen hundertster Geburtstag am 14. Juli begangen wurde, zählt zu den aufrichtigsten Freunden und Bewunderern von Juden' und Judentum und giebt diesen Empfindungen an zahlreichen Stellen seiner Schriften begeisterten Ausdruck: So äußerte er sich in „Bitte de l’Humanite" iS. 38 Note) wie folgt: „Ich liebe die Juden! Noch habe ich keine sich bietende Gelegenheit versäumt, ohne an ihre Märtyrer, ihre Familientugenden, ihre ausgezeichneten Talente zu denken. Wie sollte man nicht von dem Schicksal dieses merkwürdigen Volkes gerührt sein, das die christliche Welt geschaffen hat^nnd von feinem Sohne derart verfolgt und gepeinigt wird. Wenn man streng sein will, muß man es bedauern, muß man sagen: „Seine Laster sind diejenigen, die wir ihm anerzogen haben, aber seine Tugenden gehören ihm selbst." Achtung vor dem Duldervolke, auf welches die Welt seit so vielen Jahrhunderten losschlägt, und welches noch heute so viel erleiden muß! Respekt vor der Treue dieses Volkes, dessen Kultus uns noch zeig!, wovon wir ansgingen und wohin wir zurückkehren müssen, jenes Priestertum des Hauses, dem die Zukunft gehört! Achtung vor seiner lebendigen Kraft, welche aus seinem orientalischen Quell in unseren Tagen so viele Talente hat sprudeln lassen, Gelehrte und Künstler jeder Art!" — Aldermann Marcus Samuel, der Chef des großen Bankhauses Samuel u. Co. in. London ist von der Königin zum Ritter ernannt worden. — Herr Jakob Moser, Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Bradford, Stadtrat und Friedensrichter, hat mit einem Kapitale von 200000 Mark eine Stiftung für alte Leute, die bent Arbeiterstande angehören, errichtet. — An Stelle des eingegangenen Rabbinerseminars in Rom soll nun ein solches in Floren;, wo bekanntlich Herr Rabbiner Dr. Margulies so segensreich wirkt, errichtet werden. — Herr Dr. David Simonsen, Prediger in Kopenhagen, arbeitet, wie wir erfahren, an einer ausführlichen Biographie des unvergeßlichen I. N. Mannheimer. Eine Enkelin Mannheimers wird das Werk ins Deutsche übertragen. -- Frau Dr. Lydia Kabinowitsch, eine Schülerin Robert Kochs, die seit drei Jahren an dem von ihr selbst eingerichteten bakteriologischen Laboratorium des medizinischen Frauenkollegs in Philadelphia als Docentin thätig ist, hat nunmehr die Ernennung zum „ordentlichen Professor" an der genannten Hochschule erhalten. — Wegen Übertritts zum Judentum wurde in Minolinslr ein gewisser Duroff mit seiner Frau zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. — Der russische Senat hat eine wichtige Entscheidung getroffen. Er hat nämlich bestimmt, daß alle Juden resp. Jüdinnen, die ein Diplom als Feldscheer, Zahnarzt resp. Hebanune besitzen, das Recht haben, überall in Rußland nach freier Wahl zu wohnen und sogar, >vem> sie in ihrem Berufe nicht Nahrung genug finden, einen Nebenberuf zu treiben. — Frau L. Aschkrnasy in Odessa hat aus Anlaß der Vermählung ihrer Tochter mit Herrn Baron A. Günzburg dem dortigen jüdischen

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