Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Geheimnisse des M. Simon b. Jochai, (Midrasch in Jellinek's Beth Hamidrasch III S. 78.) aus dem achten Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden und Araber. Übersetzt und erklärt von Dr. Friedmann, Rabbiner in Lublinitz. I. Übersetzung. „Dieses sind die Geheimnisse, welche dem Rabbi Simon ben Jochai geoffenbart wurden, als er in der Höhle verborgen war vor dem Kaiser, dem Könige von Edom (Rom), als er ununterbrochen vierzig Tage und Nächte betete und also begann: „Ewiger Gott, wie lange verschmähst du das Gebet deines Dieners?!" Bald wurden ihm offenbar die Geheimnisse des Endes, die verschlossenen, und er begann zu deuten und zu forschen (den Bibelvers Num. 24, 21) „Und er sah den Keni." Sowie er die Herrschaft Jsmaels sah, begann er zu sprechen: „Nicht genug an dem, was uns die frevelhafte Herrschaft Edoms (Roms) gethan hat, — folgt nun auch die Herrschaft Jsmaels." Darauf antwortete ihm Metatron, der Fürst des Angesichtes, und sprach zu ihm: „Fürchte dich nicht, o Menschensohn, denn Gott bringt die Herrschaft Jsmaels nur, um euch von dieser frevelhaften Herrschaft zu befreien; er stellt ihnen einen Propheten (Muhammed) auf nach seinem Willen, damit er ihnen das Land erobere; sie (die Araber) aber werden es in ihrer Großmut zurückgeben (an. Israel); große Feindschaft wird zwischen ihnen und den Nachkommen Edonis (Roms) bestehen". — Darauf fragte ihn R. Simon und sprach: „Welchen Beweis haben wir wohl, daß sie (die Araber) uns zur Rettung werden?" Und jener antwortete: „Hat nicht also der Prophet Jeschajah verkündet (21, 7): „Und sieht er Reiterei, paarweise auf Rossen, Reiter auf Eseln, Reiter auf Käme eleu, — dann horche er auf?" weshalb erwähnt er da „Reiter auf Eseln" vor den „Reitern auf Kameelen"? er sollte doch sagen: „Reiter auf Kameelen, Reiter auf Eseln! „Doch'Jeschajah wollte so auf den Befreier Hinweisen, der (als Araber) auf dem Kameele auszieht und sowie seine Herrschaft wächst, auf einem Esel reitet. — Oder (man kann auch aus den Worten) „Reiter auf Eseln" (folgern): da er auf einem Esel reitet, wird Israel die Hilfe, wie von dem der auf einem Esel reitet (Messias, vgl. Secharjah 9, 9—11)." — Ferner sagte R. Simon, was er von R. Jsmael gehört, als dieser vernommen, daß die Herrschaft Jsmaels komme: „Mann wird das Land ausmessen, denn es heißt (Dan. 11, 39): Und Land verteilt es zum Lohne"; man macht die Grabstätten zu einem Weideplätze für's Vieh, und wenn Jemand stirbt, begräbt man ihn, wo man ihn findet, man ackert das Grab wieder um und besäet es, denn es heißt (Ezech. 4, 13): „So sollen die Kinder Israels ihr unreines Brot essen", weil ein Flächenraum von hundert Ellen nicht verachtet wird. — Ferner er-