Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1898)
- Date
- 1898-08-01
- Page
- Seite 190 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2969669-2969851-2969860--5468-2974770- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19Ö Dr. Theodor Kohn 1893. Der Großvater dieses geistlichen Großwürdenträgers hatte nämlich ohne Recht der „Familie" geheiratet und das gelangte durch einzelne seiner Stammesgenossen und Landsleute, mit denen er in Unfrieden lebte zur Kenntnis der Behörde. Um sich nun einer gerichtlichen Strafe zu entziehen, verließ er seinen Glauben» soll aber später die Lundenburger Juden, die Verursacher seines Übertritts so gehaßt haben, daß, wie er sagte, er sich im Zorne leicht Hinreißen lassen könnte einen von ihnen zu töten. Er erlebte noch die Priesterweihe seines am 22. März 1845 zu Breznic geborenen Enkels, dessen Vater Josef im Alter von drei Jahren getauft wurde- Den Schluß dieser sehr verdienstlichen Arbeit bildet ein Kapitel „Die Neugestaltung der Gemeinde" und sehr wertvolle Beilagen. Im Verlage von Albert Aah in Berlin sind Predigten von Dr. E. Kalischer Rabbiner in Kopenhagen erschienen. Es sind gediegene Reden, die noch im Lesen — was viel sagen will — zu ergreifen im Stande sind durch die Tiefe des Empfindens, durch die Klarheit der Gedanken und durch die angeniessene Forni. Sowohl Laien wie Fachmänner werden diese zeitgemäßen Reden mit Interesse lesen, die man zu den besten Erzeugnissen der modernen jüdischen Homiletik rechnen kann. — Eine gut geschriebene Entstehungsgeschichte der Sinai-Gemeinde in Chicago ist von Herrn Dr. Felsenthal erschienen. Das hübsch ausgestattete Buch besteht aus 38 Seiten in englischer und 36 Seiten in deutscher Sprache. Der erste Theil besteht aus den Registern von 1858 bis 1863 dieser bedeutenden Reformgemeinde, das Werden und die erste Entwickelung derselben, und kündet sich an als ein Beitrag zur innern Geschichte des amerikanischen Judentums. Der zweite Teil enthält einen unveränderten Abdruck des bekannten „Kol Kore Bammidbar" über jüdische Reform, ein Wort an die Freunde derselben, von Herrn B. Felsenthal, Sekretär des jüdischen Reformvereins in Chicago, Chicago 1859 und schließt mit einem Anhang, der ^die Correspondenz der Leiter des Reformvereins mit dem seligen Rabbiner Dr. S. Adler in New-Iork enthält. Dieser Teil enthält den wesentlichen dogmatischen Teil, dem die Sinai-Gemeinde ihr Entstehen und ihre Organisation verdankt. Das Buch gewährt einen tiefen Einblick in das innere Leben und Weben dieser Reformgemeinde, unter welchen Umständen sie entstanden, und nennt die vorzüglichsten Faktoren, die auf ihr Entstehen, ihren Fortbestand und ihre Entwickelung eingewirkt halnn. Solche Schriften liefern vortreffliches Material für die Geschichte des amerikanischen Judentums. Die leitende Idee dieser wertvollen Schrift ist der Nachweis, daß der ehrwürdige greise Rabbiner Dr. B. Felsenthal als der Vater der Reform in Chicago zu betrachten ist. — Man berichtet: In einer Publikation, die allerdings nur für fachwissenschaftliche Kreise berechnet erscheint, versucht Eduard Stucken den Nachweis zu erbringen, daß die Erzählungen von Abraham und Lot, die uns im 1. Buche Mosis