Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-08-01 · Heft 8 (1.8.1898) · p. Seite 188

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 8 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
Seite 188 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969851-2969860--5466-2974768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

188 Modell des Thurmes von Babel ist auf Grund der Forschungen des Engländers Sir Henry Davlinfon verfertigt und im Nationalmuseum zu Washington ausgestellt. — Der russische Theaterverband hat beim Generalgouverneur von Moskau um die Erlaubnis nachgesucht, den Schauspielern mosaischer Konfession zu gestatten, wegen Engagements nach Moskau zu kommen. Der Verband gedenkt noch weiter zu gehen, und bei der Staatsregierung zu petitionieren, daß jüdischen Schauspielern ge» stattet werde, sich auch in andern außerhalb des Ansässigkeitsrayons gelegenen Städten ungehindert aufzuhalten. — Die A. I. Hofmann'sche Buchhandlung, Frankfurt a. W. bringt eine Neuheit in den Handel- Es ist dies eine Ansichtspostkarte mit dem bekannten Bilde „Jom Kipur (Versöhnungstag) vor Metz 1870," eine zweite Karte zeigt die Scene „Kol Nidre (Vorabend des Versöhnungstages) vor Metz 1870". — Der vielbekannte Kidusch-Becher des hohen Rabbi Löb, Rabbiner in Prag, mit seiner nicht seltenen Sederabend-Sage befindet sich im Besitze des 76jährigen Klaus- Rabbi Gabriel Böhm in Nikolsburg. Der Becherinhaber ist vaterseits ein Enkel des seligen Rabbi Gabriel Böhm, Rabbiner in Straßnitz. — Im Aufträge ves bestehenden Vereins zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler in Frankfurt a. M. hielt daselbst Herr Direktor Frauberger aus Düsseldorf einen Vortrag über die Kunstschätze bei den Juden. — Man berichtet: Bei dem dramatischen Prüfungsconcerte des Raff-Conservatoriums in Frankfurt a. W. wurde auch die Leistung von Fräulein Fanny Großkopf rühmend hervorgehoben als Frau Fluth in den „lustigen Weibern" als auch bei der Aufführung des zweiten Aktes von „Martha", und kamen ihr schöner wohlgebildeter Sopran wie ihr temperamentvolles Spiel zur Geltung und Anerkennung. — Im Verlage von Siegfried Cronbach in Berlin ist ein Drama „Jakob" von Ludwig Klausner- Davor erschienen, von dem es in den „Blätter für litterarische Unterhaltung" heißt: Jakob nehme unter den biblischen Dramen eine ausgezeichnete Rolle ein. — Der bekannte Socialreformer und Großindustrielle Herr I. C. van Marken, der Präsident des im vorigen September in Delft abgehaltenen internationalen Genossenschaftskongresses, übersandte an den Vorstand der jüdischen Gemeinde seines Wohnorts Delft einen kostbaren orientalischen Vorhang, den er auf einer jüngst beendeten Reise nach Egypten erworben hatte. Zufällig hätte er, so sagt er in dem Begleitbriefe, vernommen, daß dieses Kunsterzeugnis sich zu einem bestimmten Zweck in der Synagoge, nämlich als Vorhang vor den Gesetzesrollen ganz besonders eigne. „Ich hoffe", so fährt er fort, „daß Sie dieses Geschenk eines Andersgläubigen nicht nur als einen Beweis meiner persönlichen Achtung für Ihre Religionsgesellschaft, der so viele hervorragende Niederländer angehört haben und angehören, entgegennehmen, sondern gerade in diesen Tagen, als ein erneutes Zeichen, daß jeder rechtlich denkende Niederländer es sich zur Ehre rechnet, daß jene verblendete Lehre des Antisemitismus in nnserem gemeinsamen Vatcrlande keine Wurzel zu fassen vermocht hat." — „Das durch seine veraltete rationalistische Dialektik und seine gezwungene Konstruktion bei Juden und Christen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.