Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-08-01 · Heft 8 (1.8.1898) · p. Seite 187

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 8 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
Seite 187 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2969669-2969851-2969860--5465-2974767
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

187 gleichzeitig in den Vereinigten Staaten und England aufgeführt werden. — In der Wiener Jubiläuins-KunstauSstellung kann man jetzt zwei Schöpfungen eines unserer größten und berühmtesten Künstler sehen. Es sind dies: Mephistopheles und ein Christuskopf von dem Bildhauer Marcus Anlokolski. — Der jüngst verstorbene Begründer des Handfertigkeitsunterrichts, August Abrahamson, hat seine Besitzung Nääs, auf der sich u. a. das auch von zahlreichen Ausländern besuchte Seminar zur Ausbildung von Handfertigkeitslehrern befindet, mit allen Gebäuden und Kunstschätzen sowie 360000 Kronen dem Staate vermacht. — Unter der Direktion des Künstlers Jnvelier spielt eine jüdisch-deutsche Gesellschaft in Gzernowitz und erfreut sich beim Publikum großer Beliebtheit. Die Vorstellungen sind immer stark besucht und die Leistungen der Künstlerschaar enthusiasmieren das Publikum. Frl. Läwitz, eine junge, hübsche Erscheinung, singt und spielt ausgezeichnet und hatte als Darstellerin der „Straßensängerin" in der gleichnamigen Operette von Offenbach glänzenden Erfolg. Ihr Partner, Herr Direktor Juvelier, ist ein ausgesprochener Künstler in Spiel, und Gesang. Aber auch die ganze Gesellschaft giebt sich redlich Mühe, immer nur das Beste zu leisten. So die Herren Margulies, Ghilmann, Schelling, Verkauf rc. Das jüdisch-deutsche Theater ist der angenehmste Rendezvousplatz der Czernowitzer geworden. — Den Palast des Fürsten von Bulgarien ziert seit Wochen das steinerne Standbild des großen jüdischen Helden Mathatia. Ein junger Bildhauer Berisch Schah ist sein Meister. Seit zwei Jahren wirkt Schatz in Paris und seine Arbeiten zieren das neugegründete bulgarische Museum für antike und moderne plastische Kunst. Der Künstler stellt Mathatia nicht als kraftlosen Greis dar, der an seiner Lebenswende in Worten seinen Söhen das ganze Vermächtnis der Gottestreue und Volksliebe zu vermachen sucht. Der Mathatia Schatz's ist eine athletische Gestalt. Mit der Rechten umschließt er fest und gewaltig den Lanzenschaft und mit seiner Linken weist er hinaus. Und sein Antlitz, in das Gram und Not tiefe Furchen gegraben, spricht eine starke Sprache. Es ist mehr der jüdische Held, denn der Märtyrer. — In Wien starb Frau Betty Kury am 19. Mai. Sie war ein Wunderkind; schon mit 12 Jahren gab sie bei Hof ein Konzert und entzückte alle Welt mit ihrer herrlichen Altstimme. Auf musikalischem Gebiet hatte sie die größten Erfolge erzielt. Zu ernst veranlagt um auf dem Theater zu glänzen, suchte sie vielmehr als Konzert- und Oratoriensängerin Gelegenheit, ihr Talent voll zu entfalten. Ihre sonntäglichen Jours haben eine gewisse Berühmtheit erlangt; in ihrem Salon traf man stets eine kunstsinnige Gesellschaft. Es war noch ein Salon der guten alten Zeit, wie er heutzutage kaum mehr existieren dürfte. Mit ganz außerordentlichem Tacte verstand sie es, Jedermanns Sympathie zu gewinnen, dabei war sie einfach und natürlich. Manches Talent, welches heute glänzt, hat sie gefördert. In ihrem musikalischen Urteile war sie streng, aber gerecht, nichts war ihr verhaßter, als trügerische Hoffnungen zu unterstützen. — Ein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.