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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-08-01 · Heft 8 (1.8.1898) · p. Seite 183

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 8 (1.8.1898)
Date
1898-08-01
Page
Seite 183 (sequence 15)
Language
German
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— 183 mit der Bestimmung übergeben, daß dieses Legat zur Errichtung eines Rekonvaleszentenheims verwendet werde, in dem die von der Haupt- und Residenzstadt, der Pester Kultusgemeinde, dem Roten Kreuz und dem Landesverteidigunsministeriunl namhaft gemachten Personen ausgenommen werden sollen. — Im 70. Lebensjahre ist in Wien die aus einer der ältesten österreichischen Rabbinerfamilien stammende Frau Josefine Karpeles geb. Buchheim, gestorben. Die Verblichene war eine Frau von großen Geistesgaben, edlem Herzen und hoher Gesinnung. Sie war die Witwe des durch seine Predigtsammlungen bekannten Rabbiners Elias Karpeles s. A. und die Mutter des Redakteurs der allgemeinen Zeitung des Judentums. Friede ihrem Andenken! — Der Kaiser von Österreich hat den österreichischen Staatsangehörigen, Funktionären des österreichisch-ungarischen Hillsvereins in Paris, und zwar den Vizepräsidenten Maximilian Ritter von Schnapper, das Komthurkreuz des Franz Josephs-Orden, Herrn Julius Worpurgo den Adelsstand verliehen. — Binnen Kurzem wird ein Buch erscheinen unter dem Titel: Die Juden in der ungarischen Revolution im Jahre 1848—49. Verfasser ist Dr. Bola Bernstein, Oberrabbiner in Steinamanger. Das Vorwort wird der gefeierte Romancier, Magnatenhausmitglied Dr. Maurus Jökai dazu schreiben. — Herr Professor Hartwig Derenbourg in Paris ist zum Direktor der arabischen Sektion an der Ecole des hautes-etudes ernannt worden. — Der Direktor der „ficole des hautes etudes" Maurice Vernes, hielt jüngst in einer Versammlung des Vereins für das Studium des Judentums in Paris, eine Rede gegen den Antisemitismus, in der es heißt: „Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, um Ihnen zu erklären, und zwar nicht in meiner Eigenschaft als Christ — denn ich bin nicht dafür qualifiziert, im Namen dessen zu reden, was die Religion meiner Jugend war —, sondern als Philosoph, als ganz den Ideen der Duldung und des Fortschritts ergebener Freidenker, daß ich mit allen meinen Kräften und meiner ganzen Energie, die schändliche, hassenswerte Campagne verurteile, die einige verbrecherische Personen gegen den Judaismus unternommen haben unter den Beifallsbezungungen eines unwissenden Publikums, das man täuscht, mit der mehr oder minder offenen Konnivenz der mittelalterlichen Vertreter der Theokratie, eine Campagne, deren übrigens glücklicher Weise unmöglicher Erfolg uns in die verabscheute Epoche der Jnquisitionsgerichtshöfe, der Ghettos und religiösen Verfolgungen zurückführen würde. Es ist eine Schande für unser Land, eine Schande für unsere Hauptstadt, daß diese Campagne fremdländischen Ursprunges, wie auch der Name Antisemitismus, unter dem sie sich kundgiebt, fremdländisch ist, nicht vom ersten Tag an durch die öffentliche Verachtung verurteilt und zurückgewiesen» daß sie vielmehr von den Einen als eine gelegen kommende Diversion, von den Andern als eine Art Revanche, von den Litteraten endlich, von geistreichen und skeptischen Schriftstellern als ein seltsames, beinahe amüsantes Phänomen ausgenommen wurde, von dem sie es fast bedauert hätten, wenn unsere Epoche nicht

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