Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1898)
- Date
- 1898-07-01
- Page
- Seite 163 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Und dennoch schmäht ihr sie mit Lästerzungen; Weshalb? — Weil sie den Namen Juden tragen. Sie haben mitgeweint bei unfern Klagen, Sie haben laut ihr Freudenlied gesungen, Alwir errungen Ruhm und Huldigungen; Deutsch wie ihr Wort, war ihres Herzens Schlagen. Und nun, da Deutschland groß und neu geeinigt, Ist Euer Dank und Euer christlich Lieben, Daß laut Ihr ruft: .,Die Juden kreuzigt, steinigt." Ein Brandmal habt in eitler Sinnumnachtung Ihr auf die Heuchlerstirn Euch selbst geschrieben; Nur ein Gefühl bleibt mir für Euch: Verachtung! Günther Walling: „Bon Lenz zu Herbst". „Mewwen". Eine Frankfurter Verlobungsgeschichte. Ich weiß nicht, weshalb Chanuka niemals in meiner Kindheit auf mich denselben Eindruck machte, wie Purim. Diese beiden nichtbiblischen, nationalen jüdischen Festzeiten, wurden im elterlichen Hause ganz gleich gehalten. Bei der puritanischen Lebensweise und Anschauung meines Vaters kannte ich Purim bis zu meinem zehnten Lebensjahre eigentlich nur vom Hörensagen, obwohl ich das Buch Esther schon im Alter von acht Jahren übersetzte und sich zu Hause ein von meiner Mutter gesticktes Bild befand, darstellend wie König Ahasver das Szepter huldvoll zu Esther neigte, welches an einem reichverzierten Gestelle kunstvoll befestigt war, an dessen Rückseite an einem Pappendeckelzilinder eine auf einer Rolle gedruckte Megillah aufbewahrt war. Zu Chanuka dagegen hatte ich in demselben Alter als Geschenk einen kleinen achtarmigen Leuchter erhalten, dessen Wachskerzen ich selbst nach der Sitte der Väter anzünden durfte, wobei ich die üblichen Benediktionen sprach. Ich hatte dazu von meinem guten Onkel Leopold, der mir in allen religiösen Angelegenheiten nls fürsorglicher Mentor diente, mir auf das Genaueste die Geschichte der Makkabäerhelden erzählen lassen und erhielt als Extrazugabe noch das Versprechen, daß, wenn ich einst groß geworden sein werde, auch im Burgtheater „die Makkabäer" von Otto Ludwig sehen zu dürfen. . Die Feier am Chanuka, wie die Trauer am neunten Ab sind eben nicht biblisch, sie liegen im profanen historischen Lichte, und daher umgiebt sie nicht der Nimbus, welcher auf der Megilla ruht, der so merkwürdigen Bibelerzählung, von großem historischen und sozialem Interesse, dem einzigen Buche des alten Testaments, in dem der Gottesname nicht vorkommt. Ich muß es auch offen sagen: wie wenig