Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1898)
- Date
- 1898-07-01
- Page
- Seite 158 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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gute Werke allein, denn es heißt (Spr. 6, 22): Wenn du wandelst, wird sie (sc. die Thora) dich geleiten; wenn du liegst, wird sie über dich wachen, und erwachst du, wird sie dich unterhalten": „wenn du wandelst, wird sie dich geleiten", — nämlich in dieser Welt; „wenn du liegst, wird sie über dich wachen" — nämlich im Grabe; nnd „erwachst du, wird sie dich unterhalten" — nämlich in der zukünftigen Welt. Ferner sagt die Schrift (Chagg. 2, 8): Mein ist das Silber, mein auch das Gold, — das ist der Spruch des Ewigen der Heerschaaren". — In den Tagen der Hadrianischen Verfolgungen, da es für die gewissenhaften Männer und Schriftgelehrten lebensgefährlich war, im Lande zu bleiben, begab sich wohl der eine nnd andere von ihnen in die Fremde, ungeachtet daß ihm dort der Umgang mit den weisen Genossen und der Verkehr mit jüdischen Gelehrten fehlte; so beispielsweise Matthisja ben Cheresch, der aus diesem Grunde nach Rom zog (s. 4, 15b.). Die Meisten jedoch wollten die Sicherheit und Güte des Daseins nicht um den Preis der Heiligung des göttlichen Namens oder des gelehrten und weisen Verkehrs und Umgangs, der ja in jener Zeit allein noch die Erhaltung und Rettung des Judentums ermöglichte, sich verschaffen und annehmen. Zn diesen gehörte — wie wir aus diesem Spruch erfahren — auch R. Jose ben Kisma, der Zeitgenosse R. Akiba's und des R. Chanina ben Theradjon, welcher durch keinerlei günstige Aussicht, durch keinerlei noch so ziehende Verlockung sich bewegen ließ, seinen Lehrort Tiberias zu verlassen, wenn er auch nicht so weit als seine genannte Zeitgenossen ging, dem römischen Verbote der öffentlichen Belehrung und Beschäftigung mit der Thora zuwiderzuhandeln und sich dadurch die Todesstrafe zuzuziehen und dem eisernen Arm der Römer zu unterliegen (Jebam. 96b, Abod. Sar. 18a.). 10. „Fünf Güter hat sich der Heilige — gelobt sei Er — in seiner Welt erschaffen: Die Thora ist eine Schöpfung, Himmel und Erde eine, Abraham eine, Israel eine, und der heilige Tempel eine. „Die Thora" — woher (weißt Du's)? es heißt (Spr. 8, 22): Der Ewige schuf mich als den Anfang seines Weges, vor seinen Werken von jeher"; Hinimel und Erde — woher? es heißt (Jes. 66, 1): „So spricht der Ewige: Der Himmel ist mein Thron, und die Erde der Schemel meiner Füße, wo ist denn ein Haus, das ihr mir erbauen wollet, und wo ist ein Ort für meine Ruhe?" und ferner sagt die Schrift (Ps. 104, 24): „Wie zahlreich sind deine Werke Ewiger, sie alle hast du mit Weisheit geschaffen; voll ist die Erde deiner Güter". — Abraham — woher? es heißt (Genes. 14, 19»: „Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram vom höchsten Gotte, dem Schöpfer des Himmels und der Erde!" — Israel — woher? es heißt (Exod. 15, 16): „Bis hinübergezogen dein Volk, Ewiger, bis hinübergezogen dieses Volk, welches du erworben"; und ferner sagt die Schrift (Ps. 16, 3): „Die Heiligen, welche im Lande sind, und die Edlen — all' meine Lust ist au ihnen". — Der heilige