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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-07-01 · Heft 7 (1.7.1898) · p. Seite 156

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 7 (1.7.1898)
Date
1898-07-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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zu hassen. Im Gegenteil, soll man dem Feiad sein verirrtes Tier zuführen, sein gestürztes Tier aufrichten helfen, dem Feind selbst soll man Speise und Trank verabreichen, wofür Gottes Lohn versprochen wird. Wenn jemand aber trotzdem behauptet, das Alte Testament gebiete, den Feind zu hassen, so hat er bewußt oder unbewußt die Unwahrheit gesagt — und Unwahrheit pflegt man doch noch nicht für die höhere Moral anzusehen! Dagegen gebietet das Neue Testament in unzweideutiger Weise den Haß — nicht etwa gegen Feinde, sondern gegen Vater und Mutter, Weib und Kind, Brüder und Schwestern! Wörtlich heißt es da (Luk- 14, 26): „So jemand zu mir kommt und hasset nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Bruder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein." — Ja bei einer Gelegenheit fuhr der Maschiach seine eigene Mutter mit den Worten an: „Was Hab' ich mit Dir zu schaffen, Weib! (Joh. 2, 4). Ferner heißt es: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert, oder Zwietracht, wie Lukas hat, denn ich bin gekommen, den Mensche^ zu erregen wider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter, und die Schnur wider ihre Schwieger, und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein." (Mat. 10, 34 ff. Luk. 12, 51 ff.). Hier haben wir den offenen Gegensatz nicht nur zur messianischen Idee,- sondern auch zur 'gewöhnlichen, täglichen Moral. Das ist das ganze Neue am Neuen Testament, was wir aber keineswegs gut nennen können. — Wir begreifen angesichts solcher Sachlage, warum es dem größten Teil der Anhänger des Neuen Testamentes verboten ist, die Bibel, die Urquelle ihrer Religion, zu lesen. Aber was wir nicht begreifen, ist, daß man in gewissen Kreisen noch immer den Mut findet, das Neue Testament gegen das alte auszuspielen! Uns aber wird nun, so hoffe ich, die Wahrheit klar geworden sein, daß das Neue Testament nichts Neues bietet, und das Alte Testament nicht veraltet ist. — Die Sprüche der Wäter und ihre Historischen WezieHungen von Rabbiner Dr. Fried mann in Lublinitz. 7. „Groß (wertvoll) ist die Thora, denn sie gewährt denen, die sie ausüben, Leben in dieser und in der künftigen Welt, denn es heißt (Spr. 4, 22): Denn Leben sind sie (so. die Worte der Weisheit und der Zucht) denen, welche sie erlangen und dem ganzen Leibe Heilung"; ferner sagt die Schrift (Spr. 3, 8)'

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