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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-07-01 · Heft 7 (1.7.1898) · p. Seite 150

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 7 (1.7.1898)
Date
1898-07-01
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 noch fortdauert, die Absonderung der Juden als eine bindende religiöse Norm beibehalten und die, Kluft zwischen den Juden und den Völkern erhalten werde und gelangt zu dem Resultat, daß die principielle Aufhebung der jüdischen Gesetze und Gebräuche insofern (sie eine Absonderung von den christlichen Mitbürgern mit sich führen, eine dringende Forderung der Zeit sei. Der Jude muß ans dem Schmollwinkel heraustreten, in welchen er seit 1800 Jahren hinein gedrängt ist und muß offen und ehrlich bemüht sein, mit dem Christentum in würdiger Weise sich auseinander zu setzen. Es gehe nicht an das Christentum einfach zu ignorieren. Das Judentum muß sich entwickeln und eine weitere Ausbildung seiner Religion anstreben. In einem dritten Abschnitte wird dargethan, daß die vollständige Absonderung der Juden die Abneigung der Völker hervorgerufen habe. Aber auch Mißverständnisse auf Seiten der Christen müßten aufhören schädlich und friedenstörend zu wirken. Die lächerliche, wissenschaftlich nicht haltbare Beschuldigung der Juden als Gottesmvrder darf nicht 'mehr laut werden, und der Jude kann als Freund der Wahrheit und Versöhnung ebenso gut verteitigend für den Juden Jesu auftreten wie wahrheitsliebende und zur Versöhnung geneigte Christen jetzt die Verteidigung der Christen Arnold von Brescia, Huß, Savopnarola, Servet und anderer Opfer des religiösen Fanatismus übernehmen. Es ist außer Zweifel, daß Jesus ganz und gar dem Judentum angehörte, daß er gefallen ist als Freund und Vertreter des Judentums, dessen Reform er als eine von Gott ihm zugewiesene Mission betrachtete. Er wollte unter ausdrücklicher Beibehaltung des Gesetzes und Anerkennung der Propheten, den Buchstabenglauben von der inneren Bedeutung der Gesetze und Lehren, das Hangen an Äußerlichkeiten von dem Streben nach innerer Vervollkommnung zurücktreten lassen. Auf beiden Seiten, bei den Juden und Christen, sei bisher einer Versöhnung und Einigung entgegengearbeitet worden, bei den ersteren durch das Ignorieren eines großen jüdischen Glaubenshelden und von den letzteren durch die Zumutung, Jesu als wirklichen Gott anzuerkennen. Rach dieser Auseinandersetzung wird in einem vierten Abschnitt hervorgehoben, daß solange die Juden durch ihre Absonderung sich von den christlichen Völkern trennen, auch die jüdischen Eigentümlichkeiten, welche als Zielpunkte der feindlichen Angriffe erscheinen, nicht aufhören, sondern nach den jeweiligen Verhältnissen in stets veränderter Form immer bestehen werden. Zusammenfassend betont wird in einem fünften Abschnitte, daß die jüdische Notlage aus der durch die Religion herbeigeführten Absonderung entstanden, auch nur durch eine Annäherung in religiöser Beziehung beseitigt werden könne. Die Philosophie, welche das Gebäude der Religion stürzen wollte, hat eine befriedigende Weltanschauung nicht Herstellen können und irgend ein anderes wohnliches Gebäude zum Ersatz für die Religion

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