Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1898)
- Date
- 1898-06-01
- Page
- Seite 142 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Hagars und Jsmaels nach der biblischen Überlieferung löst, sondern durch Rückkehr Hagars zu Abraham nach dem Tode Sarahs in der Gestalt der Keturah, das ist die in Treue Verbundene, anlehnend an eine alte haggadische Deutung. Die eigentlich an sich schon dramatischen Szenen sind am besten ausgeführt, so der Auftritt zwischen Sarah und Hagar in der ersten und die Auseinandersetzung des gealterten Patriarchen mit Jsmael in der dritten Abteilung. Als wirkungsvoll erwies sich auch die durch eine Trinkszene ringeleitete zweite Abteilung, wie denn auch das Motiv der Opferung Jsaks geschickt in die Handlung verwebt ist. Die Darstellung war eine vortreffliche und wurden Dichter und Darsteller wiederholt gerufen. — Am 1. April beging der Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde in Wien Herr Josef Goldstein das Jubiläum seiner vierzigjährigen Amtsthätigkeit. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar mehrfache Ehrungen zu Teil. — Zwei berühmte Künstler weilten in Cincinnati auf Besuch bei ihren Angehörigen: der berühmte Bildhauer Moses Ezekiel und der nicht minder berühmte Maler Henry Mosler. Herr Ezekiel ist der Sohn des hochgeehrten Sekretärs voin Vorstande des Hebrew Union College, der seit einem Vierteljahrhundert mit seiner Familie in dieser Stadt ansässig ist. Herr Mosler nebst Gattin sind daselbst geboren. Vater Mosler war der Begründer der noch bestehenden Geldschrank- Fabrik, und war ein Deutscher. Die Familie Ezekiel ist amerikanisch, ursprünglich holländisch, und kam aus Richmond im Staate Virgina, Cincinnati ist stolz auf die zwei berühmten Künstler, die es in Rom und Paris zu hohem Ansehen gebracht haben. — In London ist der bekannte Komponist Professor Michael Sergson im 80. Lebensjahre gestorben. Er hat zwei Opern „Louisa de Montferat" und „Salvator Rosa" und mit zahlreichen musikalischen Kompositionen großen Erfolg gehabt. Wenige Tage später starb, wie schon gemeldet, sein Sohn, der Professor der Philosophie in Paris war. — Der Bildhauer Professor Louis Sußmaun-Hellborn, der frühere artistische Leiter der königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin, feierte jüngst seinen siebzigsten Geburtstag. Von seinen Hauptwerken sind hervorzuheben das Marmordenkmal Friedrichs des Großen in Breslau, das Standbild Friedrich Wilhelms III. im Berliner Rathaus, sowie die Genrewerke des Fischers mit der Laute und „Lyrische Poesie und Volksgesang". Die Nationalgalerie besitzt seinen „trunkenen Faust" und „Dornröschen", ein Geschenk des Künstlers. Sußmann-Hellborn erhielt schon 1857 die kleine goldene Medaille. In der Museumsverwaltung ist er Mitglied der Sachverständigenkommission für die Skulpturensammlung des Mittelalters und der Renaissance. — Der „Reichsanzeiger" teilt mit, daß Senat und ordentliche Mitglieder der Kunstakademie in Kerlin das diesjährige Michael Beer-Stipendium dem Wiener Maler David Moses, genannt Moso, zuerkannt haben. Das Stipendium beträgt 2250 Mark und verpflichtet zu einjähriger Studienreise nach Italien. Es wird statutengemäß nach ausgeschriebener Conkurrenz nur jüdischen Künstlern erteilt. — David Moss hat