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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-06-01 · Heft 6 (1.6.1898) · p. Seite 141

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 6 (1.6.1898)
Date
1898-06-01
Page
Seite 141 (sequence 21)
Language
German
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141 welche nebst dieser Aufgabe auch die Abhaltung von populär-wissenschaftlichen Vorträgen ihrem gedeihlichen Wirkungskreise einbezogen hat, hielt am 3. Mai ihren letzten diesjährigen Vortragsabend ab, welcher sich trotz der hochsommerlichen Temperatur zu einem Kunstgenuß ersten Ranges gestaltete. Zwei der hervorragendsten Männer vereinten sich, um den Schluß zu einem glänzenden zu gestalten und erreichten ihr Ziel in außerordentlich glänzender Weise. Der Schriftsteller Herr Gliicksmann entrollte in freiem Vortrage die Lebens-, vielmehr Leidensgeschichte des vor zwei Jahren verstorbenen Religionslehrers S. A. Weiß, der während seines kummervollen Daseins und trotz der nach jeder Richtung traurigen Existenz dem Schönen und Idealen zugänglich war und Herr Hofschauspieler Adolf Ritter von Sonnenthal, der Vicepräsident der Gesellschaft, recitierte mehrere, von tiefer Gedankenfülle durchwehte Dichtungen dieses erst nach seinem Tode gewürdigten Forschers, unter welchen namentlich „Die wilde Rose", „Tod Abel's", „Kaiser Carl V. und „An den Wassern Babels" erhebenden Eindruck machten. „Die Lyrik eines modernen Hiob" war der bezeichnende Titel der Vorlesung. Im Jahrbuche der sehr rührigen Gesellschaft gelangten sowohl der durchdachte Vortrag des Herrn Glücksmann als auch die Gedichte zum Ausdruck. Das Museum nimmt einen sehr erfreulichen Aufschwung, so daß die derzeitigen Lokalitäten sich zu klein erweisen — Max Uorda« hat ein fünfaktiges Schauspiel: „Dr. Cohn" vollendet, das die Tragödie eines getauften Juden behandeln soll. — In Rom wurde „Gladiatore" von Grefiro, welches Stück auch in Madrid zur Darstelluug gelangte, und in Florenz „Max" von Frau Uilsim-Koselli aufgeführt. — Zum Schluß der Saison wurde am Stadttheater in Regensburg ein Drama „Die Pflicht" von R. Lang aufgeführt, das einen großen Erfolg hatte. Unter dem Pseudonym R. Lang verbirgt sich Dr. Landsberger, prakt. Arzt in Serlin, der ein Sohn des sel. Land-Rabbiners Dr. Landsberger in Darmstadt ist. Das Erstlingswerk des Dichters errang großen Beifall, und wurden sowohl die Hauptdarsteller wie der Autor wiederholt gerufen. Dem letzteren wurde bei der zweites Aufführung ein Lorbeerkranz überreicht. — Im Opernhause,' zu Frankfurt a. M. gelangte die Oper „Der Halling", Text von Dr. Gustav Weinberg. Musik von Anton Eberhardt zur erstmaligen Aufführung Komponist, Textdichter und Hauptdarsteller wurden wiederholt gerufen. — In Frankfurt n. M. ging am 30. August „Hagars Liebe" Schauspiel von Franz Lindheimer zum ersten Mal in Szene. Das Stück aus einem Vorspiel und drei Abteilungen bestehend, begegnete einem lebhaften Interesse des Publikuins. Der junge talentvolle Dichter hat sich in der Bearbeitung der bekannten Erzählung aus der Genesis gerade keine leichte Aufgabe gestellt. Die Sprache ist stellenweise und besonders im Vorspiele eine gehobene und verstand es der Dichter dem alten bekannten Stoffe ueue poetische Seiten abzugewinnen, schon dadurch, daß er den Conflikt nicht mit der Verstoßung

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