Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1898)
- Date
- 1898-06-01
- Page
- Seite 138 (sequence 18)
- Language
- German
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138 hinaus tiefgehendes Mitgefühl gefunden hat. Frau Ober-Regierungsrat Dr. Weyer, welche auf einer Fahrt nach dem heiligen Lande, das zu sehen ihr sehnlichster Herzenswunsch gewesen, in Kairo einem Schlaganfall erlegen ist. Ein Sproß einer hochangesehenen Familie in Frankfurt a. M., hat die wackere Tote die Traditionen ihres Hauses, gabenfreudige, sich nie erschöpfende Wohlthätigkeit, zum Inhalt ihres menschenbegliickenden Daseins gestaltet und auch mit Einsetzung ihrer Persönlichkeit Not und Elend allüberall, wo sie ihr begegneten, zu lindern sich bemüht. — Anläßlich der Jubelfeier des 70. Geburtstages und des 25jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Königs von Sachsen wurde am 19. April auch eine Beglückswünschungs-Deputation der israelitischen Gemeinden im Anschluß an die Deputationen der anderen Kirchengemeinschaften huldvollst empfangen. Die Deputation, welche eine Beglückwünschungs-Adresse überbrachte, bestand aus den Herren Rabbiner Dr. Winter und Vorsteher Snlchach-Dresden, Rabbiner Dr. Porges und Vorsteher Wagnus-Leipzig, Rabbiner Dr. Wühlfelder und Vorsteher Hergmann-Ehemnitz. Herr Rabbiner Dr. Winter richtete eine Ansprache an den König. — Herr Dr. Apolant, der langjährige, verdiente Leiter der 2. Religionsschule, und Lehrer an der Mädchenschule der jüdischen Gemeinde in Kerlin ist mit Anfang des Sommersemesters in den Ruhestand getreten. Dem greisen Schulmann ist aus diesem Anlaß der Kronenorden IV. Klasse verliehen worden. — Der jüngst verstorbene Herr Rittergutsbesitzer Zend.er in Katibor, welcher neben zahlreichen anderen Ehrenstellungen in Stadt und Kreis, Handel und Industrie auch Jahrzehnte lang Vorstandsmitglied der dortigen Gemeinde war, hat testamentarisch den zehnten Teil seines bedeutenden'Vermögens für Wohlthätigkeitszwecke zu Gunsten aller Bekenntnisse bestimmt. Vier Teile davon entfallen auf die dortige Synagogen-Gemeinde, zwei Teile auf den jüdischen Waisenunterstützungs-Verein. — In Saargrmünd wurde Herr Dr. Uellrr zum Rabbiner gewählt. — Der Verein zur Beförderung des Handwerks unter den israelitischen Glaubensgenossen in Frankfurt a. M. hielt jüngst seine Hauptversammlung ab. Der Vositzende, Herr Emil Stiebel, gedachte des verstorbenen Vorstandsmitgliedes L. Heidenheiiner, das zwanzig Jahre dem Vorstande angehörte. Nach dem Geschäftsbericht hat die Thätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre an Umfang bedeutend zugenommen. Aus der Vereinskasse wurden 150 Lehrlinge unterstützt und verpflegt, von denen 141 deutscher Nationalität waren. Dafür wurden zusammen Mk. 12,115 verwendet. Eingenommen wurden Mk. 13,722, denen eine Gesamtausgabe von Mk. 12,945 gegenübersteht. Das Vereinsvermögen stieg auf Mk. 162,810. Es wurden 52 neue Mitglieder gewonnen. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. — Der vor einigen Monaten verstorbene Präsident der ^Uianos ioraölits, Herr S. H. Goldschmidt, hat, wie der Vorsitzende des Vorstandes der Wiener Cultusgemeinde in der letzten Sitzung mitteilte, ein Fräulein Henriette Wiener von Welten mit