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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-06-01 · Heft 6 (1.6.1898) · p. Seite 137

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 6 (1.6.1898)
Date
1898-06-01
Page
Seite 137 (sequence 17)
Language
German
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— 137 - und Debatten über diese Frage abgegeben wurden. Das Schreiben des Grand Rabbin de France, Zadoc Kahn, das Herr Levinsteim Original mitteilt, und in dem der wahrhaft fromme Rabbiner erklärt, daß das Judentum „durch eine solche Institution nur gewinnen könne", ist ein sicherer Beweis dafür. — Zum Nachfolger des Herrn Dr. Rülf in Wemel wurde Herr Dr. Emanuel Garlebach gewählt. — Am 29. März starb in Ostrowo Herr Rabbiner Dr- Elias Pleßner. Elias Pleßner ist als Sohn des rühmlichst bekannten Predigers und Gelehrten Rabbi Salomon Pleßner am 10. Februar 1841 in Berlin geboren. — Herr Dr. Julius Levit, Hörer der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, ist zum Rabbiner der Synagogengemeinde Stolp in Pommern gewählt worden. — Der Rat vom Langericht München I Adolf Epstein ist zum Rat am Oberlandesgericht München ernannt worden. Der erste Jude, der in Bayern das Amt eines Berufsrichters erlangte, ist der jetzige Oberlandesgerichtsrat Max Berlin in Nürnberg, der zweite ist Adolf Eppstein, 1876 zum Stadtgerichtsassessor in München links der Isar und 1886 zum Landgerichtsrat ernannt, ebenso wie Berlin ein Abkomme alter Rabbinerfamilien; Epsteins Urgroßvater Feiß (seine Nachkommen nennen sich Feust) saß bis 1802 auf dem Rabbinerstuhle zu Bamberg. — Die Kreisstände des Kreises Inowrazlaw haben einstimmig beschlossen, das Andenken an den verstorbenen Kaufherrn Michael Levq durch Anbringung einer Gedenktafel an dem Geburtshause des Genannten zu ehren. Auch der Magistrat hat sein Andenken erhalten, indem er die zum Steinsalz-Bergwerke führende neu angelegte Straße nach ihm benannte. Mit dem so Geehrten verstarb in Inowrazlaw im Jahre 1879 im Alter von 72 Jahren ein Mann von hervorragender Herzens- und Geistesbildung. Er hatte sich bei rastloser Thätigkeit für sein umfangreiches kaufmännisches Geschäft eine hohe Bildung erworben, die er im Dienste des allgemeinen Wohles nutzbar machte. Unvergessen ist in Jnowarazlaw die von ihm gegebene erste Anregung zum Aufschluß der dort lagernden Salzschätze und der Entwickelung des nunmehr reich verzweigten Verkehrssystem des Handels und der Industrie. Für den Bau der dortigen Eisenbahn, für die Inangriffnahme der Schiffbarmachung der Netze ist er mit zäher Thatkraft viele Jahre lang eingetreten, bis diese Ziele erreicht waren. — Am 19 April hatte die Berliner Zionistische Vereinigung zu einer Versammlung eingeladen, in der Herr Dr. Max Uordau aus Paris einen Vortrag über die Gegner des Zionismus hielt. — Wie die Mainzer Volkszeitung mitteilt, hat Herr Rabbiner Dr. Ialfeld in Mainz die Teilnahme an einer Beisetzung verweigert, weil der Verstorbene bei Lebzeiten die Verbrennung seiner Leiche angeordnet hatte. Was doch unsere modernen Rabbiner für Glaubenshelden sind! —Unter den Kundgebungen aufrichtiger, gerechter Trauer ist auf dem Friedhofe in der Schönhauser Allee am 17. April in Berlin eine edle Frau zu Grabe geleitet worden, deren jäher Tod nicht nur in ihren vortrefflichen Familienkreis eine tiefe Lücke reißt, sondern weit darüber

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