Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1898)
- Date
- 1898-06-01
- Page
- Seite 135 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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^; '<■ 1- . ■ i-JM '»..> .11.,... J. 'W J,;. l. . .« „M^^MMlWWMWWSWWWP — 135 — zum Nachdenken anregt, die Gedanken auf das ihm Überlieferte richtet, und wer ein Wort wiedergiebt im Namen seines Autors. Siehe! daraus kannst du lernen: Wer ein Wort wiedergiebt im Namen seines Autors, der bringt die Erlösung in die Welt, denn es heißt (Esther 2, 22): Und Esther sagte es dem Könige im Namen Mordechais" — In historischer Beziehung schließt sich diese Ausführung, besonders wenn wir auf den Schlußpassus achten, ziemlich eng an den früheren Spruch 5, 3 an. R. Jochanan. der als der Lehrer seiner Zeit anerkannte Meister, welcher keinerlei Wiederspruch litt, ließ keine andere Lehre gelten, die er nicht gegeben und erklärte jede in seiner Zeit zur Geltung gelangte Lehre als von ihm stammend und herrührend ' Es gab indeß eine Anzahl Amoräer, welche nicht als die Schüler und Jünger R. Jochanans angesehen sein wollten und der Wahrheit gemäß gegen die Ehrsucht und angemaßte Autorität sonder Gleichen protestierten (Weiß, a. a. O., III, 86). Zu ihnen gehört R. Elasar ben Pedath, welcher der Eitelkeit der zeitigen Autorität einen Damm setzen! wollte und deshalb mit einem Satze (im Namen seines Lehrers R. Chanina) welcher dem Schlußpassus unseres Spruches entsipricht (vgl. Megilla 15a), auffordert, die Tradition mit dem Nanien der Autoren wiederzugeben, und dabei gleichzeitig selbst das Beispiel dafür bietet. Wein Traum. Mein Ruder teilt die Wogen, der Rhein trägt flink den Kahn An Bacherach vorüber. Hier regt Dein Lied mich an Du edler deutscher Sänger!*) Giebt doch Dein Dichtermund Aus diesen alten Mauern uns grause Sage kund Von greu'lichem Verbrechen bei heil'gem Pesachschmaus, Wie Mordgesellen kamen dort in des Rabbi Haus. — Mein Ruder sinkt. Wie Nebel legt sich's auf meinen Sinn, — Jst's Traum? Die Zeit kehrt wieder! Mein Boot wo treibst du hin? Viel edle Herrn und Frauen seh' ich in stolzem Schloß, Sie drohen mir, es drohet der Ritter feiler Troß, Und „nieder mit den Juden!" So geyt es hie und dort, Ein tausendfältig Echo tönt nach das harte Wort. Stolz bäumt sich meine Seele: „Bin ich, wie ihr, nicht frei Geboren? Ihr Verkünder der alten Barbarei?! Heine, Rabbi von Bacherach.