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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-06-01 · Heft 6 (1.6.1898) · p. Seite 134

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 6 (1.6.1898)
Date
1898-06-01
Page
Seite 134 (sequence 14)
Language
German
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134 Maß (Ezech. 4, 11), schlafe auf der Erde, führe ein mühseliges Dasein und mühe dich mit der Thora. Wenn du also thuest, dann Heil dir und Wohl dir (Pf. 128, 2); „Heil dir" in dieser Welt und „Wohl dir in der zukünftigen Welt" (s- 4, 1). - Wir fehlen wohl nicht, wenn wir diesen Satz dem Ammora Rabbi Jochanan (s. den vorhergehenden Spruch) zuweisen und in ihm die Darstellung seines eigenen Lebens erblicken. Er, der schon im Mutterleibe den Vater und bei .seiner Geburt die Mutter verlor, wuchs als Sohn eines Schneiders in ärmliche» Verhältnissen, ohne feste Führung und Leitung auf und mußte frühzeitig selbst . f'>r die Befriedigung und Beschaffung seiner Lebensbedürfnisse Sorge tragen. Gär sehr verschlungen waren die Wege, die er gewandelt, bis er den Weg des Studiums einschlug und auf diesem Gebiete sich Ruf und hohes Ansehen erwarb (Weiß, a. a. O. III, 69-70). 4d. „Suche nicht Größe für dich und gelüste nicht nach Ehre; mehr als dein Lernen ist, handle (s. 1, 17); und laß dich nicht gelüsten nach der Könige Tisch, denn deine Tafel ist größer als ihre Tafel und deine Krone größer als ihre Krone (s. 4, 13b). Und zuverlässig ist dein Arbeitgeber, daß er dir den Lohn deiner Thätigkeit bezahlen wird" (vgl. 2, 16). — Wenn auch die Beziehung dieses sonst aus älteren Worten zusammengesetzten Spruches nicht im mindesten fixirt werden kann, so darf doch aus dem Orte, den er in der Ordnung gefunden, geschlossen werden, daß auch er der Zeit des Amoras R. Jochanan angehört. 5—6. „Größer ist die Thora(-Würde) als das Priestertum und die Königswürde, denn die Königswürde erhält man durch dreißig Vorzüge (Synh. 2, 2ff.), das Priestertum durch vierundzwanzig (B. K. 110b, Chulin 133b ) die Thora aber durch achtundvierzig Eigenschaften, und zwar: durch Studium, durch Aufmerksamkeit, durch genaue Sprache, verständigen Sinn, durch Scheu, Ehrfurcht, Demut, Freudigkeit, Reinheit, Umgang mit Weisen, Wahl der Genossen, Disputierübungeu der Schüler, Besonnenheit, Kenntnis der heiligen Schrift, durch Kenntnis der Mischna, geringe Handelsbeschäftigung, wenig Schlaf, wenig Unterhaltung, wenig Genuß, wenig Scherz, wenig weltlichen Umgang, durch Langmut, Herzensgüte, Zutrauen zu den Weisen, Ergebling in Leiden; wer seinen Beruf kennt, mit seinein Lebensloos froh ist, seinen Reden einen Zaun anlegt, sich auf nichts zu Gute thut (2, 8a); wer geliebt ist, Gott liebt, die Menschen liebt. Gerechtigkeit liebt, Zurechtweisungen gern hat, Rechtlichkeit liebt; wer sich von Ehrsucht fern hält, nicht mit seinem Wissen sich überhebt, sich nicht der Dezisionspflicht freut, das Joch mit seinem Genossen trägt, ihn nach der günstigen Seite beurteilt, ihn zur Wahrheit bringt, ihn zum Frieden bringt; wer sich bei seinem Studium beruhigt, fragt und antwortet (5, 7) vernimmt und (erklärend) hinzufügt; wer lernt um zu lehren, und lernt, um zu üben; wer seinen Lehrer

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