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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-06-01 · Heft 6 (1.6.1898) · p. Seite 128

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 6 (1.6.1898)
Date
1898-06-01
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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das alte Testament berufen, in Betracht ziehen, da die Zahl solcher Stellen über 600 beträgt. Wir müssen uns vielmehr ans die Hauptpunkte beschränken, um Ihre Geduld verehrte Anwesende nicht auf eine zu harte Probe zu stellen. Der eigentlichen Untersuchung möchte ich aber die Erklärung einiger Worte vorausschicken. — Die wahre Gotteserkenntnis und die Unterordnung unter die göttlichen Gebote nennt der Talmud „malchuth schomajim," welches keineswegs die Herrschaft des Himmels oder der Himmel heißt, sondern die Herrschaft Gottes, da „schomajim" in dieser Verbindung nicht Himmel, sondern Gott heißt Der bekannte Ausdruck „Himmelreich" ruht auf einer geistlosen wörtlichen Übersetzung des talmudischen Ausdrucks. — Der Begründer dieses Gottesreiches heißt im Talmud „melech hamaschiach" oder bloß „maschiach," d. h. der gesalbte König. Im griechischen heißt der Gesalbte „Christas," und schon die Septuaginta, die griechische Übersetzung der heiligen Schrift aus dem dritten Jahrhundert vor Ehr. hat das hebräische maschiach mit „Christos" übersetzt. Die griechische Sprache hat bekanntlich den Laut „Schin" nicht und muß daher diesen Buchstaben immer mit s wiedergeben. So wird aus Mosche Moses, aus Schemuel Samuel und aus Jeschua Jesus. Daher heißt bekanntlich der jüdische Spruchdichter um 200 vor Ehr. Jesus Sirach. Ebenso hat sich das hebräische Wort „maschiack" im Griechischen zu Messias umgestaltet. Nach dieser Abschweifung wollen wir zuerst die dogmatische Seite unseres Gegenstandes in's Auge fassen und untersuchen, inwiefern es dem neuen Testament gelungen ist zu beweisen, daß sein Held Jeschua ben Josef der vom alten Testament verkündete „maschiach" sei. — Wenn der „maschiach" erschienen ist, so mußte schon vor ihm der Prophet Elia erschienen sein, denn so heißt es bei Maleachi, dem letzten Propheten 3, 1: Siehe ich sende meinen Boten und er bahnt den Weg vor mir, und plötzlich wird kommen in seinen Palast der Herr, den ihr suchet, und der Bote des Bundes, nach dem ihr verlangt, siehe er kommt, spricht der Herr Zebaot. Und wer wird aushalten den Tag seiner Ankunft, und wer wird bestehen bei seinem Erscheinen? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. Und er wird sitzen schmelzend und reinigend das Silber, und wird reinigen die Söhne Levis und sie läutern wie Gold und Silber, daß sie dem Ewigen darbringen Opfergaben in Frömmigkeit. Und es wird angenehm sein dem Ewigen die Opfergabe Jehudas und Jeruschalaims wie in den Tagen der Vorzeit und der früheren Jahre. — — Und zum Schlüsse heißt es: Gedenket der Lehre Moses, meines Knechtes, dem ich aufgetragen zu Choreb an ganz Israel Satzungen und Rechte. Siehe, ich sende euch Elia, den Propheten, bevor eintrifft der Tag des Ewigen, der große und furchtbare. Und er wird zurückführen das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern. Man könnte geneigt sein, diese Prophezeihung Malachis von der Läuterung der Söhne Levis und der Friedensstiftung zwischen Vätern und Kindern als

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