Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1898)
- Date
- 1898-05-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Schmach wankend gemacht worden"- Das ist eben der Sinn der Worte: „Doch erwidere ich dies meinem Herzen, und Hoffnung kehrt zu ihm (Gott) zurück." Ebenso hat der Psalmist ausgerufen: „Hätte niich nicht Deine Thora erfreut und erquickt, wahrlich, ich wäre in meinem Elende zu Grunde gegangen" (Psalm 19). „So hoffet und vertrauet auf Gott und rufet täglich zweimal inbrünstig aus: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einig einziger Gott". (Midr. Echa 3.) Wonatsschau. Die Allgemeine Zeitung des Judentums schreibt: „In Misslih in Mähren ist am 16. April im Alter von 86 Jahren Frau Regine Kriill, gestorben. Sie war die Tochter des seligxn Landesrabbiners von Mähren, Nehemias Trebitsch, die Wittwe des durch Geist und Gelehrsamkeit bekannten Rabbiners Jakob Brüll und die Mutter des seligen Rabbiners Dr. Nehemias Brüll in Frankfurt a. M. Eine edle, mit seltenen Tugenden ausgestattete Frau, genoß sie in weiten Kreisen Liebe und Verehrung. Bei ihrer Beerdigung gab ihr Sohn Herr Dr. Adolf Brüll aus Frankfurt a. M.. der in den Feiertagen um sie war, den Gefühlen des Schmerzes tiefempfundenen Ausdruck. Am offenen Grabe sprach ihr Schwiegersohn Herr Dr. Müller, in dessen Hause sie die letzten neun Jahre in Glück und Zufriedenheit verbrachte, rührende Worte des Abschieds." — Herr Rabbiner Dr. Klein in Stockholm schreibt mit Bezug auf die Frage des Sonntagsgottesdienstes an Herrn Gustav Levinstein: „Tausend Dank für Brief und Broschüre. Das war ein Wort zur rechten Zeit, das seine segensreichen Wirkungen in den Gemütern nicht verfehlen wird. Nur des Mutes und der Ausdauer von Ihrer und Ihrer Gesinnungsgenossen Seite bedarf es und der Sieg muß Ihnen schließlich zufallen, denn Sie kämpfen für die Wahrheit, für unser heiligstes Erbe, das durch besoldete und unbesoldete „Säulen des Exils" uns entrissen werden soll, und der Gott der Wahrheit soll Ihnen beistehen. Sie wollen erfahren, ob unser Sonntagsgottesdienst zur Hebung des religiösen Sinnes in unserer Gemeinde beigetragen hat? Darauf antworte ich: Kommen Sie und prüfen Sie selbst- Am Sonntag den 6. März haben wir hier einen Sonntagsgottesdienst; sind Sie verhindert, so veranlassen Sie doch zwei oder drei Ihrer Gesinnungsgenossen und Sie werden, das ist meine feste Überzeugung, Thatsachen gegen das erbärmliche Raisonnement der Berliner anführen können. Ich will Ihnen dann auch noch persönlich meine diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen und Ihnen vielleicht auch einige praktische Winke geben können, die zur Verwirklichung Ihrer „Forderung," an der die Zukunft des deutschen Judentums hängt, etwas beitragen dürften. — Über einen antisemitischen Exceß bei der Kaiser-Geburtstagsfeier, der peinliches Aufsehen erregt hat, wird aus Schlüchtern nachträglich gemeldet: Im Hotel Stern fand ein Festessen statt. Gegen Ende des Mahles trat der