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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-04-01 · Heft 4 (1.4.1898) · p. Seite 91

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 4 (1.4.1898)
Date
1898-04-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
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— Öl — Zukunft einen derartig Ärgernis erregenden Akt zu verhüten. — Das Jüdisch- Theologische Seminar in Kreslau beging am 27. Januar zum vierundvierzigsten Male die Gedächtnisfeier für seinen Stifter, deu verewigten Kommerzienrat Jonas Frankel. Nach einem einleitenden Gesänge hielt der zeitige Vorsitzende des Lehrerkollegiums Herr Dr. S. Horvvitz die Festrede über die Entwicklung der jüdischen Predigt von den Zeiten der Propheten bis auf Mendelssohn. Dann überreichte der Seminarrabbiner Herr Dr. Lewy mit einer kurzen Ansprache den Kandidaten Dr. Fried und Dr. Schornstein die Rabbinatsdiplome. Zum Schluß ergriff Herr Dr. Schornstein das Wort und verabschiedete sich auch namens seines Kollegen in ernster wehmutsvoller Rede von seinen Lehrern, Freunden und Studiengenossen. Zur Bewerbung um den Joseph Lehmannschen Preis war die Aufgabe gestellt: Wie verhält sich die Darstellung des Josephus über die makkabäische Erhebung zu den Berichten der beiden ersten Makkabäerbücher? Eingegangen sind zwei Bearbeitungen. Das Lehrerkollegium hat beiden den Preis zuerkannt. Die Öffnung der Kuverts ergab als Verfasser die Herren cand. phil. Julius Grünthal aus Posen und cand. phil. Robert Kaelter aus Breslau. — In Seuthen hielt Herr Rabbiner Dr. Mim; aus Gleiwitz einen Vortrag über: „Immanuel Kant's Philosophie im Geiste jüdischer Denker." — In Kerlin wurde eine Zionisten- Versammlung polizeilich aufgelöst, weil es zu blutigen Schlägereien kam. Als erster Redner sprach Dr. Herzl aus Wien, hieran knüpfte sich eine Debatte und es kam zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern Dr. Herzels. — Der Regent von Mecklenburg-Schwerin, Herzog Johann, besuchte die Synagoge in Schwerin. Landesrabbiner und Vorstand begrüßten den Regenten am Eingang und übernahmen die Führung und' Erkäruug. Mit besonderem Interesse besichtigte der Herzog die Gedenktafeln für den Großherzog Friedrich Franz II. und für die in den Feldzügen 1813 und 1870)71 gefallenen Söhne der dortigen Gemeinde. Dem Landesrabbiner Dr. Feilchenfeld wurde die Erinnerungsmedaille an den hochseligen Großherzog Friedrich Franz III. verliehen. — In Kaliber fand die Einweihung der von Herrn Rittergutsbesitzer Jul. Zender geschenkten Orgel statt. — In Wißlih wurde Herr Dr. Moritz Kauer zum Rabbiner gewählt. — Im jüdisch-akademischen Lese- und Stndentenverein in Wien hielt Herr Isidor Kahann, Rabbiner in Waidhofen a. d. Thaya, einen Vortrag über die Entlehnung des sogenannten „Neuen Testaments" vom Urquell der Bibel, dem „Alten Testamente". Er führte sämmtliche Citate aus letzterem vor und wies mit vieler Geschicklichkeit nach, wie die gebrauchten Belegstellen, Sätze und Verse teils entstellt und corrumpiert,. teils erdichtet, aus dem Zusammenhänge herausgerissen, willkürlich, tendenziös verwendet worden sind. — Man berichtet uns: In dem jüngst ausgegebenen Jahrbuche der israelitischen ungarischen Litteraturgesellschaft befindet sich auch eine Abhandlung von Rabbiner Dr. G. Klein in Stockholm über Moral und Religion, worin der Verfasser zu dem richtigen Schlüße gelangt,

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