Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1898)
- Date
- 1898-04-01
- Page
- Seite 89 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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F ' "W*',TP"*" " 1 ■;' '1,1 ,"-1 -1 '. &**»" «^- * wyp^yjv1«;u » — 89 — er es auch thue, und doch ein orthodoxer Jude sein — werden sich nicht dazu hergeben, alle Wandlungen des Assimilationsgedankens mitzumachen. Wenn die pseudoorthodoxe Richtung noch viele solche Vertreter und Sachwalter wie Herrn Professor Baginsky hat, so ist sie gerichtet. — Herrn Rabbiner Dr. Julius Fürst in . Mannheim wurde vom Großh. Oberrat der Israeliten in Würdigung seiner Verdienste um die jüdische Wissenschaft ein Fanny Weiler'scher Preis im Betrage von 500 Mark verliehen. — Die philosophisch-historische Klasse der Akademie der Wissenschaften hat Herrn Prof. Dr. Frendenthal in Dreslan 700 Mark zu Forschungen über das Leben Spinozas bewilligt. — Am 25. Februar verstarb in Dresden unser geschätzter Mitarbeiter Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann. An seinem frischen Grabe trauert das moderne Judentum um einen seiner edelsten und tüchtigsten Vertreter, für das er eine reichgesegnete schriftstellerische und praktische Thätigkeit entfaltete. In seinem Charakter offen und bieder, mit reichem Wissen und edlem Empfinden begabt, stand er für die freisinnigen Ideen mit Mut und Entschiedenheit wie sie heute immer seltener werden ein, war aber dabei von einer Milde und Liebe, die selbst seine zahlreichen Gegner hätte entwaffnen müssen. Sein Platz wird nicht so leicht auszufüllen sein und erst spätere Geschlechter werden sein Wollen und Wirken recht zu würdigen verstehen. Wir gedenken noch ausführlich auf das Leben Emil Lehmann's zurückzukommen, dem wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren werden! — Die evangelisch-theologische Fakultät in Breslau hat folgende Preisaufgabe gestellt: Im Anschlüsse an die neueren Verhandlungen über den Gegenstand soll ein Bild von dem Verlaufe der Wiederherstellung des Volkes Israel nach dem Exile gegeben werden. — Das 1. Heft der Mitteilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde, „unter Mitwirkung hervorragender Gelehrten" von M. Grunwald in Hamburg herausgegeben, ist erschienen. Die Gesellschaft verfolgt den Zweck, die Erkenntnis des inneren Lebens der Juden zu fördern, und erstrebt eine möglichst vollständige Sammlung aller auf das Judentum und seiner Bekenner bezüglichen Volksüberlieferungen und Kunsterzeugnisse. Das vorliegende erste Heft, 120 Seiten stark und sehr gut , ausgestattet enthält viel Interessantes, auch Illustrationen. — Gemäß der chauvinistischen Anschauung der Dühringianer soll die blauäugige, blondlockige Race die eigentliche Kultur geschaffen haben. Johannes Ranke, der berühmte Münchner Anthropologe, ist anderer Meinung. In seinem Werke „Der Mensch" sagt er: „Die Kultur ist bei schwarzhaarigen Völkern bräunlicher Haut in Asien und Afrika zu ihrer ersten Blüte gekommen, und erst zuletzt den blauäugigen, blondlockigen europäischen Nordvölkern weißer Haut von außen her, als ein im Wesentlichen schon fertiges Geschenk zugetragen worden." — In Frankfurt a. M.-- Zockenheim wurde jüngst das Stiftungsfest der Männer-Krankenkasse festlich begangen. — Am 14. Februar hielt im Saale der „Gesellschaft der Freunde" in Hrrtin, Herr Dr. M. Schreiner, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des