Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1898)
- Date
- 1898-04-01
- Page
- Seite 88 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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. Dinge ist: Fürchte Gott, halte seine Gebote, denn dies ist Hauptsache des Menschen". (Pred. 12. 15.) „Und ihr sollt heilig sein, denn ich der Ewige bin heilig. (3. M. 19, 2). Weiche vom Bösen und thue Gutes! (Ps. 34, 15). Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. (3 M. 19,18.) Lernet Gutes thun, trachtet nach Recht, sprechet das Recht dem Gewalt geschehen, schaffet Recht der Waise, führet den Streit der Witwen! (Jesaj. 1,17). Wenn deinem Hasser hungert, gieb ihm Brot zu essen, und wenn ihm durstet, gieb ihm Wasser zu trinken." (Spr. 27,21). Wenn dein Feind fällt, so freue dich nicht, und wenn er stürzt, frohlocke dein Herz nicht! (Spr. 24, 17.) Wie ein Eingeborner von euch sei auch der Fremdling, der sich aufhält -bei euch, und liebe ihn wie dich selbst. (3 M. 19, 34)." Möchte doch jeder Christ dies glauben und erfüllen, vorzüglich in der Gegenwart und das Gebot, das wir zuletzt angeführt. Nein, den aus dem Senfkorn groß gewordenen und den Bedrängten Trost verheißenden Baum )vird Israels Glauben nicht zerstören. Das Reich Jesu, welches alle Hindernisse besiegend, sich ausbreitete, wird nicht in engere Grenzen gedrängt, denn es ist ein Reich des Lichtes, welches gedeiht, der Wahrheit, welche unüberwindlich siegt; die Pforten der Hölle triumphieren nicht über dieselbe. (Schluß folgt). Monatsschau. Am 20. Februar fand in Berlin die Sitzung der Repräseutauten-Versammlung statt, in welcher die Petition von über 5000 Mitgliedern wegen Einführung eines Sonntags-Gottesdienstes mit Einführung eines Freitag-Abendgottesdienstes beantwortet wurde. Bezeichnend ist, daß das ablehnende Gutachten des Rabbinats kein wissenschaftliches ist und sogar eine thatsächliche Ungenauigkeit enthält, auf die, weil sie Zustände des Amerikanischen Judentums betrifft, Rev. Dr. I. AI. Wise in Cincinnati, der hiezu berufenste Mann, hinweist. Die betreffende Sitzung der Repräsentantenversammlung stand nicht auf der Höhe der Situation und ermangelte darum auch ernster Gesichtspunkte, die hierbei hätten zu Tage treten sollen. Ein Ausdruck wie man wolle durch diese Einführung der Mission den Weg bahnen, wäre besser unterblieben. Interessant ist was Herr Professor Baginsky bei diesem Anlasse gesprochen, weil es zeigt, wie hohl und morsch die Prinzipien der modernen Pseudoorthodoxie sind, bei der keine Spur von jenem tiessittlichen Ernst zu finden ist, der die ehrlichen Altorthodoxen, als deren Fortsetzung sie sich so gerne betrachtet, anzutreffen ist. Die Worte des Herrn Prof. Baginsky verdienen niedriger gehängt zu werden, weil sie als ein Symptom eines tiefgehenden geistigen und sittlichen Verfalles anzusehen sind. Er sagte: Wir sind thatsächlich mit der unglücklichen Mission auf die Welt gekommen, daß wir den Gottesgedanken hoch zu halten haben und ferner: aber gerade diejenigen, die auf dem historischen Standpunkte stehen — man könne auch außerhalb des Ritualgesetzes stehen, lvie