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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-04-01 · Heft 4 (1.4.1898) · p. Seite 77

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 4 (1.4.1898)
Date
1898-04-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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77 FW?» '7>'7 "" ’ l Glüh' und verlösche nie Für's Vaterland. Geliebtes deutsches Vaterland, du bist — „könnt' doch die ganze Welt uns hören!" — du bist heut' und immerdar unser verheißenes, unser gelobtes Land! Alle noch bestehenden Rassengegensätze sollen auf geistigem Wege durch die große Macht echter Religiosität versöhnt werden. Nicht die Glaubenseinheit und Identität der Konfession ist die unerläßliche Bedingung nationaler Zugehörigkeit, viel mehr ruht die vaterländische Einigkeit und Innigkeit, das Zusammengehörigkeitsgefühl auf der Stärke und dem Wert der religiösen Idee, als dem nnversieglichen Quell der Moral und Gewissenhaftigkeit überhaupt. Die unverschuldet noch unvollendete Assimilation ermöglichte die Entstehung und Ausbreitung der gegen uns gerichteten Bewegung. Die Schärfung vorhandener Rassengegensätze und Weckung schlumernder Volksinstinkte und die unterbliebene, weil nicht allseits ernsthaft betriebene Eindämmung ist darauf zurückzuführen, daß in weiten Kreisen außerhalb und innerhalb der Zelte Jakobs die. Treue gegen die und alle Religion und damit die Weihe dieser göttlichen Kraft stark aus dem Leben geschwunden und keine beglückendere Weltanschauung Eingang gefunden. Darum sind nicht Simili-Deutsche, Talmi-Christen, auch nicht einseitige Talmud-Juden das Heil und Ziel der Entwicklung der Judenheit, treu von ihrer Sendung erfüllte Israeliten, Assimilations-Deutsche sind von größerem Segen. Eine wieder stärkere freundliche Fühlung mit echtem Volkstum, mit der Blüte und Elite desselben, dem Geistesadel deutscher Nation muß auch die innere Überwindung des Antisemitentums notwendig bewirken, der in der Ökonomie der Vorsehung denn doch noch zu etwas Heilsamem und Heilskräftigem — wir wollen nicht umsonst gelitten und gestritten haben! — bestimmt wäre. Und sie wird ausgehen und Hand in Hand gehen mit sittlich-religiöser Erhebmrg und Veredelung. Religion trennt nicht, sie verbindet die Geister, und wie nah' verwandt ist die unsrige der christlichen: wie Mutter und Tochter. Welche die echte, welche i>n Besitz des Edelsteins, der die Wunderkraft hat, vor Gott und Menschen gleich beliebt zu machen — das zu prüfen, ist nicht unsere Sache. Sehen wir doch, daß aus beiden Steinen ein schönes Feuer oftmals glüht und sprüht, und nicht nur die Tochter, sondern auch die Mutter feurige Liebhaber und treue Verehrer finden. „Und ich sehe die Blume der Tochter, ehe die Blume der Mutter verblüht." So schlingt der Himmel und Erde bindende Gottesgedanke nächst dem gemeinsamen Vaterland und den trauten Klängen der Muttersprache ein neuesinnniges Band um Germania und Deutsch-Jsrael. Und so erscheint innigere Durchdringung echt israelitischer Eigenart mit dem „Deutschged anken," mit biederem, treuherzigem,

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