Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 18 (1898)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1898)
- Date
- 1898-04-01
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- ' * - r -T v-js-r.' — 76 — „Da kamst Du, ein Mose, den Deinen, „Ein Führer weise und gut. „Dn brachtest ein Licht den Schwachen, „Den Tag nach Nacht und Not, „Du selbst eine Sonne den Wachen, „Du selbst — ein Morgenrot." Das Gleichgewicht zwischen dem alten jüdischen Glauben und moderner deutscher Kultur ging seinen Nachfolgern oft verloren, deren Judentum nicht so viel Kraft und Schwung mehr besaß, um auch das Deutschtum auf seinen Schultern zu tragen, sie warfen, um Deutsche zu werden, immer mehr von der Bürde des Väterglaubens ab; nicht wenige — darunter fast alle Nachkommen des Weisen und Helden aus Dessau selbst — gaben,'um Deutsche zu sein und zu gelten, auch die mit der Bürde verbundene Würde dahin, den Kultus des alten Bundes der macht- und prachtvoll eindringenden neuen Kultur opfernd. Die heute noch auf völlige Germanisation drängen, sind wohl in ähnlicher Befangenheit wie unsere Jüdisch-Nationalen, die für volle Reinheit jüdischer Art schwärmen. Die Vollendung solchen Judentumes kann freilich nur in der Gründung eines Jndenstaates sein Ziel finden. Wir aber denken nicht an eine Erwerbung Palästinas, ohne darum Zions, an dem wir sowie auch die Bekenner Jesu und Mohammeds mit unfern heiligsten Erinnerungen hängen — wie können wir's auch — zu vergessen. Mit ganzem Herzen wollen wir stehen, da wo Deutschlands Banner wehen; mit ganzer Seele und ganzem Vermögen — geistigem und irdischem — auf die Mehrung von Deutschlands — Name geweihten Klanges! — Glanz und Ruhm immerdar achten und trachten! So dürfen wir noch erwarten, daß unserer Abweisung des Zionismus, der uns alles Glück im selbständigen Staate verheißt und uns doch nur dient, unsere Zugehörigkeit zur deutschen Nation um so entschiedener zu betonen, Anerkennung gezollt werde; und hoffen, daß es uns in dem Kampfe gegen den Antisemitismus, der uns mit unversöhnlichem Hasse verfolgt und gleichwohl uns zu steter ernster Selbstprikfung mahnt, auch ferner an Bruderhilfe nicht fehlen wird und zuletzt noch rechtzeitige und wirksame Staats- und Regierungshilfe nicht ausbleiben werde. Die nahe bevorstehenden Reichstags- und Landtagswahlen werden eine lebhafte Bewegung bringen; auch die Jakobstimmen werden in den Wahlkämpfen nicht ungehört verhallen und schwer in die Wagschale fallen. Durch die Wolke des Antisemitismus, den Nebel des Zionismus hindurch, schlägt die Flamme des Patriotismus um so Heller empor: Heilige Flamme, glüh',