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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1898-03-01 · Heft 3 (1.3.1898) · p. Seite 65

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
18 (1898)
Issue
Heft 3 (1.3.1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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65 Grabstein ist ein Jahrhundert alt (1797). Die auf den Grabsteinen genannten Familien heißen Ullmann, Mai und Simon. Ein Grabstein mit dem Namen „Kann" darauf wurde nicht ausgefnnden. Herr Hermann Zuntz aus Frankfurt hielt aus diesem Anlasse eine passende Ansprache. — Jüngst ist der 38. Bericht über die Marks-Haindorf'sche Stiftung zur Bildung von Elementarlehrern und zur Beförderung von Handwerken und Künsten unter den Juden in Münster ist ansgegeben worden. Der Bericht umfaßt die Jahre 1894 bis 1897. Die Kassenverhältnisse sind nach wie vor recht kümmerliche und dabei derart schwankende, daß die Geschäftsführung darunter leidet und die Entwicklung des Instituts dadurch gehemmt wird. Die Gesammtausgaben betragen nach dem Etat im Durchschnitt etwa 22 000 Mark. Der Verein wendet sich daher nochmals ausdrücklich an alle Gemeinden mit dem dringenden Ersuchen, die Beiträge für die Stiftung auf die doppelte Höhe zu bringen und diese Bewilligung gleich für die Dauer von etwa zehn Jahren auszusprechen, damit endlich eine gesundere Grundlage für den Bestand der Anstalt geschaffen wird. — In Kerlin starb der frühere Antiquar Emanuel Mai. Es gab in Deutschland keinen Liebhaber oder Sammler alter oder seltener Drucke, der nicht mit Emanuel Mai in Verbindung gestanden hätte; jeder /wußte in ihm nicht nur den Händler, sondern auch den Kenner und Ratgeber zu schätzen, der auch sehr wervolle Aufsätze veröffentlicht hat. — Frau Baronin Hirsch-Gereuth hat der jüdischen Elementar-(Armen)Schule in Memel zum Ankauf und zur Einrichtung eines Schulhauses 20 000 Mark geschenkt. — Die israelitische Gemeindevertretung in Aachen beschloß einstimmig die Neuregelung der Gehaltsverhältnisse der israelitischen Elementarlehrer nach der von der Stadt Aachen jüngst für die übrigen Lehrer aufgestellten Skala. — Einer der Nestoren ans dem wissenschaftlichen, künstlerischen und geselligen Herlin, Herr Generalkonsul William Schönlank ist im hohen Alter von 84 Jahren gestorben. — Der unlängst so überaus gefeierte Geh. Regierungsrat und ordentlicher Professor an der Breslauer Universität Herr Dr. Ferd. Eohn hat einst (vor 43 Jahren) wissenschaftlich nachgewiesen, wodurch der Aberglaube von der Hostienschändung hervorgerufen worden ist. Durch die Entdeckung des roten Pilzes auf den Oblaten der feuchten Kirchenräume hat Ferdinand Cohn ein für alle Male die Ursache des Aberglaubens der Hostienschändung aufgeklärt. — Im Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen in Frankfurt a. M. für 1897 teilt der Vorstand u. a. das Folgende mit: Der Verein kann heute, nach fast vierjährigem Bestehen, zu seiner Freude bereits auf einen schönen Stamm tüchtiger Krankenschwestern blicken, und stets findet sich ein reicher Nachwuchs, so daß es auch für die nächste Zukunft an Schülerinnen und Schwestern nicht fehlen wird. Auch in der Thätigkeit unserer Schwestern finden wir Grund zu berechtigter Freude und Zufriedenheit. Die jüdischen Krankenpflegerinnen haben nunmehr in Familien aller Konfessionen Eingang gefunden und Fuß gefaßt und stehen den übrigen Bereinsschwestern als

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